Mietwagen im Ausland: Versicherung, Kaution, Gebühren – so vermeiden Sie Fallstricke

Wie Sie beim Mietwagen im Urlaub Kosten vermeiden: Versicherung und Selbstbeteiligung verstehen, Kaution und versteckte Gebühren kennen, mit Fotos absichern.

Ein Auto im Urlaub zu mieten ist zweifellos bequem. Man ist nicht an Taxis, Busse oder Fahrpläne gebunden – man fährt, wohin und wann man möchte. In der Praxis wird es jedoch schnell komplizierter. Mit den Schlüsseln nimmt man mitunter auch einen Stapel unerwarteter Probleme entgegen. Wir haben Fakten und Berichte von Reisenden gebündelt, um zu zeigen, worauf man achten sollte, damit die Miete nicht zum Ärgernis wird.

Versicherung: enthalten, aber nicht lückenlos

Eine Grundversicherung ist fast immer im Preis enthalten – gesetzlich vorgeschrieben. Das bedeutet jedoch nicht, dass jedes Risiko abgedeckt ist. Vor Ort wird meist eine Erweiterung gegen Aufpreis angeboten. Der Haken: Selbst diese Zusatzdeckung schließt nicht alles ein; bei Kratzern am Wagen kann trotzdem eine spürbare Summe fällig werden.

Manche Anbieter bestehen vor Ort auf ihrer eigenen Police, selbst wenn man sich vorab anderweitig abgesichert hat; laut Reisenden wurde ohne diesen Extra-Kauf die Herausgabe des Fahrzeugs verweigert.

Selbstbeteiligung und Kaution: doppelter Zugriff auf die Karte

Eine weitere mögliche Überraschung: Selbstbeteiligung und Kaution. Die Selbstbeteiligung ist der Betrag, den man bei einem Schaden zahlen muss – auch wenn man nicht schuld war. Sie kann kräftig ausfallen, von 500 bis 2.000 Euro.

Zusätzlich blockiert das Unternehmen eine Kaution auf der Karte – nochmals einige Hundert bis mehrere Tausend Euro. Das Geld wird nicht abgebucht, steht aber nicht zur Verfügung. Die Freigabe erfolgt nicht immer sofort; mitunter dauert es bis zu einem Monat.

Wagen abgegeben – und danach kommt die Rechnung

Probleme beginnen häufig erst nach der Rückgabe. Vor Ort heißt es, alles sei in Ordnung – und später trifft eine unerwartete Mitteilung ein: Es wurde Geld für einen angeblich neuen Kratzer oder Schaden abgebucht.

Zum Schutz raten Reisende dazu, das Auto bei Abholung und Rückgabe von allen Seiten zu fotografieren. Aufnahmen bei Tageslicht sind am aussagekräftigsten. So lässt sich belegen, dass der Schaden nicht von einem selbst stammt.

Gebühren und versteckte Aufschläge

Neben Versicherung und Kaution warten weitere Überraschungen: eine Gebühr für verspätete Rückgabe – selbst bei nur 10–15 Minuten; eine Betankungsgebühr, wenn der Tank nicht voll ist – oft über dem Preis an der Zapfsäule; eine Reinigungsgebühr bei verschmutztem Innenraum – Strandsand oder Krümel können teuer werden; teils gibt es Kilometerlimits – und jeder zusätzliche Kilometer kostet extra.

Solche Kleinigkeiten können die Mietkosten leicht verdoppeln, besonders wenn man sie nicht einkalkuliert hat.

So vermeiden Sie Fallstricke: einfache Tipps

Damit die Reise nicht zur Enttäuschung gerät, lohnt sich im Vorfeld Folgendes:

— Eine Versicherung mit null Euro Selbstbeteiligung bei einem externen Anbieter abschließen; das ist meist günstiger als der Kauf am Schalter.

— Vor der Unterschrift den Vertrag lesen, besonders das Kleingedruckte.

— Vor und nach der Miete immer Fotos vom Fahrzeug machen.

— Mit Kreditkarte zahlen; bei Streitfällen lässt sich über die Bank oft leichter Geld zurückholen.

Mieten ist bequem – wenn man aufmerksam bleibt

Ein Mietwagen im Ausland ist ideal, wenn man flexibel sein und mehr sehen möchte. Doch Freiheit bringt Verantwortung mit sich. Niemand möchte mit Rechnungen und einem schalen Gefühl aus dem Urlaub zurückkommen.

Entscheidend ist Aufmerksamkeit. Kurz die Bedingungen lesen, ein paar Fotos machen und Rückfragen nicht scheuen. So bleibt die Auszeit unkompliziert – und frei von unerwünschten Überraschungen.