Verborgene Seiten Roms: Coppedè, der Giardino degli Aranci und die Katakomben

Rom abseits der Massen: Coppedè, Orangenhain, Katakomben
By Bert Kaufmann from Roermond, Netherlands - Rome Skyline, CC BY-SA 2.0, Link

Entdecke Rom abseits der Postkarten: das märchenhafte Viertel Coppedè, den Orangenhain Giardino degli Aranci und geheimnisvolle Katakomben – ruhige Orte.

Erwähnt man Rom, denken die meisten ans Kolosseum, den Trevi-Brunnen und dichte Besuchermengen. Doch die Stadt besteht aus weit mehr als ihren Aushängeschildern. Sie birgt auch stille, markante und eigenwillige Winkel, die in Standardreiseführern selten auftauchen – Orte, die ein frischeres, unverstellteres Rom zeigen.

Das Viertel Coppedè – wie im Märchen

Wand, Inschriften, Fenster

Wer Rom nur mit antiken Ruinen verbindet, wird im Viertel Coppedè überrascht. Es wirkt völlig anders als der Rest der Stadt. Die Häuser tragen fantasievolle Ornamente, Skulpturen und Fresken. Man hat das Gefühl, in ein Bilderbuch – oder auf ein Filmset – geraten zu sein.

Das Viertel entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Entworfen und gebaut hat es der Architekt Gino Coppedè, dessen Namen es heute trägt. Zu den Blickfängen zählen das Feenhaus, der Froschbrunnen und der Spinnenpalast. Gemeinsam ergeben sie einen verblüffenden Stilmix, der vom Verspielten bis zum Gotischen reicht.

Es liegt im Quartier Trieste im Norden Roms. Kaum jemand schlägt hier einen Bogen, weshalb der Bummel angenehm gemächlich ausfällt – genügend Zeit, um die Stimmung aufzunehmen und an Details hängen zu bleiben.

Ein Orangenhain auf einem Hügel

Gasse, Bäume, Menschen

Auf dem Aventin liegt ein stiller Garten, dicht bepflanzt mit Orangenbäumen. Er heißt Giardino degli Aranci, auch Savello-Garten, wurde 1932 angelegt und ist seither ein beliebter Spazierort der Einheimischen.

Er ist kompakt, aber einladend. Beschattete Wege führen zu einer Terrasse mit weitem Blick über die Stadt. Die Orangen sind ungenießbar – absichtlich bitter, damit niemand sie pflückt. Der Ort bremst das Tempo, auf eine Weise, die den Blick auf Rom unauffällig neu justiert.

Unterirdisches Rom: die Katakomben

Straße, Katakomben, Bäume

Rom besteht nicht nur aus dem, was man oberirdisch sieht. Unter den Straßen verlaufen Katakomben – lange Stollen, in denen Menschen einst bestattet wurden. Sie entstanden ab dem 2. Jahrhundert und wurden von Christen, Juden und Heiden genutzt.

Zu den bekanntesten zählen die Katakomben des Heiligen Kallixtus, des Heiligen Sebastian und der Heiligen Domitilla. Im Inneren finden sich alte Fresken, Inschriften und schmale, in den Fels gehauene Gänge. Diese Orte dienten nicht nur als Friedhöfe, sondern auch als Zuflucht vor Verfolgung.

Heute sind einige Katakomben zugänglich, die meisten jedoch bleiben geschlossen. Forschende untersuchen sie weiter – gut möglich, dass noch weitere Entdeckungen folgen.

Rom ist also nicht nur die Stadt von den Postkarten. Es gibt ein anderes Rom: leise, ungewöhnlich, fesselnd. Das Viertel Coppedè, der Orangenhain auf dem Hügel und die alten Katakomben zeigen die Stadt aus einem unerwarteten Blickwinkel – einem, der bleibt, wenn der Trubel abebbt.