Strandregeln in Europa: Welche Bußgelder drohen in Spanien, Italien, Portugal und Griechenland? Verbote, Beträge und Tipps, Ärger am Strand zu vermeiden.
Ein Strandurlaub bedeutet Abschalten: sich in den Sand legen, ins Wasser springen, ein Eis genießen und die Sorgen ziehen lassen. Doch ein falscher Blick – und die Gelassenheit ist dahin. In ganz Europa drohen Touristen Bußgelder für fast alles – vom liegen gelassenen Handtuch bis zum Selfie am falschen Ort. Wer Ärger vermeiden will, sollte am Strand auf Folgendes verzichten.
In Spanien sind die Strandregeln besonders streng, Benidorm ist das beste Beispiel. Die Liste ist lang genug, um selbst Routiniers ins Stolpern zu bringen.
- Nachts am Strand sein — bis zu 1.200 €.
- Baden bei roter Flagge — 1.000 €.
- Handtuch oder Schirm liegen lassen, um einen Platz zu reservieren — 150 €.
- Im Meer urinieren — 150 €.
- Rauchen am Strand — bis zu 2.000 €.
- Seife in Strandduschen benutzen — 650 €.
- Sich auf einem normalen Strand vollständig ausziehen — 650 €.
- Grillen — bis zu 3.000 €.
- Einen Hund mitbringen, wo er nicht erlaubt ist — bis zu 1.500 €.
- Ballspiele außerhalb ausgewiesener Zonen — 120 €.
- Alkohol trinken oder Sex am Strand — 750 €.
- Angeln mit Harpune oder Rute — bis zu 1.100 €.
Auch anderswo greifen die Regeln. In Städten wie Vigo kann Urinieren im Meer bis zu 750 € kosten. In Calpe ist das Aufstellen von Schirmen und Liegen vor 9:30 Uhr verboten und wird geahndet.
In Sorrent können Touristen 500 € zahlen, wenn sie in Badekleidung durch die Straßen laufen; das gilt als Beeinträchtigung des Stadtbilds.
An der Spiaggia della Pelosa auf Sardinien sind normale Handtücher tabu – erlaubt sind nur spezielle, die das Aufwirbeln des Sands verhindern sollen. Außerdem fällt ein Eintritt von 3 € an, und die Besucherzahl ist auf 1.500 Personen pro Tag begrenzt.
An der Spiaggia Rosa sind die Regeln noch strenger: Der Zugang ist komplett untersagt, schon der Versuch, dorthin zu gelangen, kann bis zu 3.500 € kosten.
Portofino hat Bußgelder von bis zu 275 € für Selfies an überfüllten Spots eingeführt. In Rom ist das Sitzen auf der Spanischen Treppe verboten, die Strafen liegen zwischen 250 und 400 €.
In Portugal ist der Strand zum Ausruhen da, nicht für Partys. Wer Musik über Lautsprecher dröhnen lässt, riskiert Bußgelder von bis zu 36.000 €; schon laufende Musik kann als Verstoß gelten. Stille ist hier nicht nur höflich – sie ist vorgeschrieben. Klingt streng, hält den Strand aber spürbar ruhiger.
Griechenland hat neue Maßnahmen zum Schutz der Natur eingeführt. Jetzt müssen 70 % jedes Strandes frei von Schirmen und Liegen bleiben; in Schutzgebieten steigt der Anteil auf 85 %, mancherorts darf gar nichts aufgestellt werden.
Auch das Sammeln von Muscheln, Kieseln oder Sand ist verboten; die Strafen reichen von 400 bis 1.000 €.
In ein Bußgeld zu stolpern, geht schneller, als vielen lieb ist. Lokale Regeln sind oft nicht auf den ersten Blick erkennbar, und Unwissenheit schützt nicht vor Strafe. Vor der Abreise lohnt sich ein kurzer Blick auf die Vorschriften des Urlaubsorts auf offiziellen Stadt- oder Tourismus-Seiten – zwei Minuten Recherche sparen Geld und Nerven und bewahren die Urlaubsstimmung länger als jedes Spontanabenteuer.