Erlebe Mallorcas Drachenhöhlen bei einem einzigartigen Bootskonzert auf dem Martelsee nahe Porto Cristo: Klassik, Lichtshow, 17–21°C, Tipps zu Tickets.
Mallorca – für viele gleichbedeutend mit Sonne, Meer und Strand. Doch die Insel birgt etwas wirklich Außergewöhnliches: die Drachenhöhlen, in denen Konzerte nicht im Saal, sondern unter der Erde stattfinden – von einem Boot aus, in völliger Dunkelheit.
Die Drachenhöhlen liegen an der Ostküste der Insel, nahe der Stadt Porto Cristo. Es handelt sich um ein weitläufiges Höhlensystem mit einem unterirdischen See. Schon der Ort beeindruckt – doch die eigentliche Anziehungskraft ist die Musik, die aus der Tiefe aufsteigt.
Angefangen hat alles 1935: Der Ingenieur Carles Buigas entwickelte eine Lichtregie für das Höhlenlabyrinth und machte daraus eine richtige Inszenierung. Er hatte auch an den singenden Fontänen in Barcelona gearbeitet. Seither sind Konzerte hier Tradition.
Beim Eintritt wandern Besucher durch große Kammern, überzogen mit Stalaktiten – langen steinernen „Eiszapfen“, die von der Decke hängen. Am Ende des Weges wartet die Überraschung: ein Saal mit See und ein Live-Auftritt.
Gespielt wird von einem Boot aus, das über das Wasser gleitet. Die Besetzung: zwei Violinen, ein Cello und ein Cembalo, ein frühes Tasteninstrument, das an ein kleines Klavier erinnert. Etwa zehn Minuten erklingen klassische Stücke, anschließend folgt eine Lichtshow namens „Morgendämmerung auf dem See“.
Fotos und Videos während des Konzerts sind nicht erlaubt – die Veranstalter möchten, dass das Publikum den Moment einfach genießt.
Der unterirdische See heißt Martel. He zählt zu den größten seiner Art, misst rund 115 Meter in der Länge und bis zu 30 Meter in der Breite. Nach der Musik kann man ihn mit dem Boot überqueren oder die Brücke nehmen. Das Gefühl ist, als trete man in eine andere Welt.
Das Höhlenklima bleibt das ganze Jahr über angenehm bei 17–21 °C. Der Besuch dauert insgesamt ungefähr eine Stunde. Am besten kauft man Tickets vorab über die offizielle Website – so lässt sich eine passende Zeit wählen und zudem ein wenig sparen.
Die Drachenhöhlen sind mehr als ein klassischer Fotostopp. Hier begegnen sich Natur und Musik auf seltene Weise. Selbst wer selten klassische Musik hört, erlebt eine entwaffnende Wirkung – es gibt nur wenige Orte auf der Welt, an denen man ein Live-Konzert in einer dunklen Höhle, auf einem Boot, über einem unterirdischen See hören kann.
Haften bleibt nicht nur die Schönheit (so eindrucksvoll sie ist), sondern die Eigenart dieses Erlebnisses – etwas, das man so schnell nicht vergisst.
Und ja, das ist alles real – ein Stück Mallorca, das unter der Oberfläche wartet.