Mit der historischen Straßenbahn von Sóller bis Port de Sóller

Historische Straßenbahn Sóller–Port: Mallorcas Zeitreise
By Isiwal/Wikimedia Commons/CC BY-SA 4.0, CC BY-SA 4.0, Link

Erlebe Mallorcas historische Straßenbahn von Sóller zum Hafen: Geschichte, Ausblick auf Zitrushaine und Meer, aktuelle Tipps zu 2025er Parkregeln und Fahrten.

Im Norden Mallorcas, zwischen Orangenhainen und Bergen, fährt seit mehr als einem Jahrhundert eine echte historische Straßenbahn: die Verbindung von der Stadt Soller hinunter zu ihrem Hafen. Am 4. Oktober 1913 nahm sie den Betrieb auf – und hat sich seitdem erstaunlich wenig verändert. Noch immer befördert sie Fahrgäste auf derselben, knapp fünf Kilometer langen Strecke.

Wie alles begann

Entworfen wurde die Bahn von einem Ingenieur namens Pedro Garau. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wollte er den Transport von Gütern und Menschen zwischen Soller und dem Seehafen vereinfachen. Damals rollten auf den Schienen nicht nur Passagiere, sondern auch Kisten mit Fisch und Kohle, im Kriegsfall sogar Granaten und Torpedos. Man spürt, dass hier von Anfang an Zweckmäßigkeit über Show stand.

Was das für eine Bahn ist

Die Spurweite beträgt knapp einen Meter, gefahren wird elektrisch. Das Tempo ist gemächlich, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 25 km/h. Die Wagen bestehen bis heute aus Holz, einige stammen tatsächlich noch aus dem Jahr 1913. Später kamen weitere Fahrzeuge aus Lissabon hinzu und wurden für die örtlichen Bedingungen umgebaut. Es wirkt weniger wie ein Museum, mehr wie gelebter Alltag auf Rädern.

Was man unterwegs sieht

Los geht es im Zentrum von Soller. Zunächst gleitet die Bahn an historischen Gebäuden vorbei, dann schlängelt sie sich zwischen Orangen- und Zitronenbäumen hindurch, überquert eine Brücke über einen Gebirgsfluss und rollt schließlich direkt ans Meer, in den Hafen von Soller. Insgesamt gibt es 17 Haltestellen; wer möchte, steigt irgendwo aus und läuft weiter. Es ist eine Strecke, die eher den Blick auf die Umgebung als auf die Uhr lenkt.

Wer heute mitfährt

Die Straßenbahn ist bei Gästen beliebt, doch Einheimische verlassen sich weiterhin auf sie – für den Weg zur Arbeit, zur Schule oder zum Markt. Sie fährt täglich und kennt keine Staus. Vielleicht liegt genau darin ihr leiser Reiz: zuverlässig, unspektakulär und unaufgeregt.

Warum das jetzt zählt

Im Jahr 2025 begannen die Behörden in Soller, das Parken für Mietwagen einzuschränken, weil die Einwohner der touristischen Welle überdrüssig wurden. Besucher werden seither stärker auf den öffentlichen Verkehr gelenkt – und die Straßenbahn ist wieder besonders nützlich. Sie entlastet die Straßen und bewahrt zugleich die alte Atmosphäre der Insel, was man unterwegs fast automatisch registriert.

Wie es weitergeht

Trotz ihres Alters denkt die Soller-Bahn nicht ans Aufhören. Die Wagen werden regelmäßig gewartet, neue kommen hinzu – ebenfalls im historischen Stil, aus anderen Ländern übernommen. Die Linie dürfte noch gefragter werden, vor allem wenn die Autoregeln bleiben. Es fühlt sich nicht nach rückwärtsgewandter Nostalgie an, sondern nach einer pragmatischen Lösung, die zum Ort passt.

Das Fazit

Die Soller-Straßenbahn ist mehr als eine Attraktion. Sie gehört zum Inselleben – ein Stück lebendige Geschichte, das man sehen, anfassen und erfahren kann. Diese Fahrt tauscht Tempo gegen Charakter: Vogelstimmen in der Luft, der Duft von Zitrus, ein hölzerner Wagen, der vorbeizieht, als sei er geradewegs aus dem frühen 20. Jahrhundert gekommen – darin liegt, ganz unaufdringlich, ihr Zauber.