Entdecke Londons skurrilste Ereignisse auf einer illustrierten Karte von Clair Rossiter: Wal in der Themse, Bierflut 1814, Mäuse und der Hackney Mole Man.
Manchmal wirkt London wie eine Stadt, die nicht nur von Geschichte durchdrungen ist, sondern auch von einer herrlich verschrobenen Vergangenheit geprägt wurde. Im Februar 2025 veröffentlichte die Website Londonist eine farbenfrohe illustrierte Karte, die die seltsamsten – und mitunter wirklich skurrilen – Begebenheiten aus allen Ecken der Hauptstadt versammelt. Die Illustrationen und das Design stammen von der Künstlerin Clair Rossiter, und jede Episode ist an reale Daten und Orte gebunden.
Die Karte trägt den Titel A Map Of Weird Things That’ve Happened In London und richtet den Blick nicht auf touristische Wahrzeichen; stattdessen geht es um Wale, Mäuse, geheime Tunnel und Bierfluten.
Es ist ein gezeichnetes Porträt Londons, gesprenkelt mit Dutzenden ungewöhnlicher Ereignisse aus unterschiedlichen Zeiten. Big Ben oder der Buckingham Palace tauchen nicht auf; dafür schwimmt ein Wal in der Themse, und ein Mann gräbt Tunnel unter seinem eigenen Haus. Jede Geschichte hat eine kurze Bildunterschrift und eine leuchtend-witzige Zeichnung.
Ein paar Highlights:
- Der Wal in der Themse. 2006 wurde ein Wal im Fluss gesichtet. Das Aufsehen war so groß, dass es Musiker sogar zu einem Lied inspirierte.
- Die Mäuse in der Philpot Lane. Eine winzige Skulptur zeigt zwei Mäuse, die sich um ein Sandwich streiten. Der Legende nach stritten sich Bauarbeiter darüber, wer das Essen gestohlen habe – bis klar wurde, dass Nagetiere die wahren Täter waren.
- Die Musiker-Affen. 1926 entkamen 13 Affen aus einem privaten Zoo; sie hatten in einer Jazzband musiziert. Einer stieg sogar in einen Zug und landete in einer anderen Stadt.
- Die Bierflut von 1814. In einer Brauerei explodierte ein riesiges Fass, und 2,5 Millionen Pints ergossen sich durch die Straßen. Es war eine echte Bierwelle – und leider gab es Opfer.
- Der Hackney Mole Man. Ein Londoner namens William Little grub jahrelang heimlich Tunnel unter seinem Haus. Das Netz wurde so weitläufig, dass Nachbarn sich über Vibrationen beschwerten.
Gemeinsam ist diesen Geschichten vor allem eines: Sie klingen nicht nach dem London, das man gewöhnlich erzählt bekommt – gerade dieser Kontrast macht sie so reizvoll.
Angelegt ist sie als große handgezeichnete Szene mit Beschriftungen – kräftige Farben, verspielte Details, ein spürbarer Sinn für Humor. Eine strenge Zeitleiste gibt es nicht: Die Ereignisse sind nach ihrem Ort angeordnet, nicht nach dem Datum.
Grob lassen sie sich drei Strängen zuordnen: Tiere (Wal, Affen, Mäuse), menschliche Exzentrik (der Mole Man) und urbane Missgeschicke (die Bierflut). Das Ergebnis wirkt dicht und lebendig – anschaulich genug, um auch als Illustration für sich zu funktionieren.
Alle, die schräge Fakten mögen, ohne gleich zu verreisen. Man kann zu Hause bleiben, die Karte öffnen und durch Londons wunderlichste Kapitel spazieren. Es fühlt sich an wie ein Miniatur-Ausflug – ganz ohne Gepäck und Tickets.
Es gibt auch andere Karten: eine Karte städtischer Kuriositäten, eine Geisterkarte und sogar einen Geruchsführer für die Underground.
Weird Things That’ve Happened In London bietet eine verspielte, informative Möglichkeit, die Stadt mit einem anderen Blick zu sehen. Statt Museen und Königspalästen treten Affen, Mäuse und Wellen aus Bier – verdichtet in einer einzigen, aufmerksamkeitsstarken Illustration.
Eine stimmige Wahl für alle, die sich vom Ungewöhnlichen angezogen fühlen, gern etwas dazulernen und dabei lächeln. Vielleicht spornt sie sogar jemanden an, eine ähnliche Karte für die eigene Stadt zu zeichnen.