In Mullaitivu, Pudukudiirippu Manduvil, legen Behörden einen sechs Meter tiefen Bunker frei. Ermittler suchen nach Waffen und Spuren aus dem Bürgerkrieg.
Anfang Juli 2025 haben in Sri Lanka Ausgrabungen an einem rätselhaften unterirdischen Bunker begonnen. Der Ort liegt im Distrikt Mullaitivu, in einem Gebiet namens Pudukudiirippu Manduvil. Lange war der Zugang gesperrt, weil sich im Boden noch Sprengsätze befinden könnten; inzwischen hat ein Gericht die Arbeiten genehmigt.
Nach Angaben lokaler Medien wird die Grabung von Polizei, Entschärfungsteams und technischen Fachleuten durchgeführt. Das Versteck lag tief – rund sechs Meter unter der Oberfläche.
Ziel ist es, Waffen aufzuspüren, die dort vor Jahren versteckt worden sein könnten. Die Suche hat bereits ein altes Depot zutage gefördert. Behörden geben den Inhalt nicht bekannt; Fachleute untersuchen die Funde.
Vor Ort sind Polizei, Justizvertreter und Archäologen, um ein rechtssicheres und sorgfältiges Vorgehen zu gewährleisten. Das Land ist an die früheren Eigentümer zurückgegeben worden – das Gebiet wurde von Minen geräumt –, doch in tieferen Schichten könnte eine ganz andere Geschichte liegen.
Der Bürgerkrieg in Sri Lanka endete vor mehr als einem Jahrzehnt, doch seine Spuren treten weiterhin zutage. Ein solcher Bunker ist mehr als ein Raum im Boden: Er könnte Waffen beherbergt, Menschen Schutz geboten und folgenreiche Entscheidungen ermöglicht haben.
Ausgrabungen können Klarheit schaffen. Gelingt es Ermittlern festzustellen, wer das Versteck nutzte und welche Waffen dort lagerten, schärft das den Blick auf den Alltag während des Konflikts. Für die umliegenden Gemeinden können selbst Teilantworten Erinnerung und Debatte neu justieren.
Zugleich stellen sich praktische Fragen: Wie soll mit solchen Funden umgegangen werden? Wer trägt Verantwortung? Sollten sie als Erbe bewahrt oder im Gegenteil der Vergänglichkeit überlassen werden?
Bislang teilen die Behörden nicht mit, wer den Bunker gebaut hat. Seine genauen Ausmaße ebenso wie Einzelheiten zum Inhalt bleiben unter Verschluss.
Erklärungen von Regierungsstellen oder dem Militär gibt es nicht; bislang stammen die Informationen nur von lokalen Nachrichtenportalen. Die Zurückhaltung wirkt bezeichnend für eine Aufarbeitung, die Schritt für Schritt erfolgt.
Fachleute dürften die Anlage weiter untersuchen. Sollten die Funde wertvoll oder historisch bedeutsam sein, könnten sie Museen übergeben oder in Ermittlungen genutzt werden. Ausführliche Berichte oder offizielle Stellungnahmen könnten folgen.
Mitunter steht Geschichte nicht auf Papier, sie liegt unter unseren Füßen. In Sri Lanka ist ein weiteres Fragment der jüngsten Vergangenheit ans Licht gekommen. Es erinnert daran, dass ein Krieg auch Jahre später wieder zu sprechen scheint – aus der Tiefe, aus dem Dunkel, durch die verrosteten Türen von Bunkern.
Wer solche Geschichten verfolgt, wird weiter hinschauen wollen. Vielleicht ist dies erst der Anfang.