Entdecke die schönsten Januar-Festivals weltweit: Lyoner Lichter, Wiener Ball, Tamborrada, Québecs Winter, Rose Parade und Sydney Festival. Reiseinspiration pur.
Der Januar ist die Zeit, in der vieles neu beginnt. Rund um den Globus ziehen Menschen Bilanz, fassen Wünsche und verlängern die Feststimmung. Der Monat bringt einmalige Anlässe, die Kultur, Geschichte und Charakter verschiedener Gesellschaften sichtbar machen. Von schneebedeckten Jahrmärkten bis zu lodernden Paraden liefert der Januar reichlich Gründe zum Feiern.
Dieser Beitrag versammelt die markantesten traditionellen Januarfeiern — Erlebnisse, die man sich mindestens einmal gönnen sollte.
Lyon richtet ein außergewöhnliches Lichterfest aus. Seinen Ursprung hat es im 17. Jahrhundert, als die Bewohner aus Dank an die Jungfrau Maria Kerzen in die Fenster stellten. Heute verwandelt sich die Stadt in eine große Lichtausstellung: Straßen, Häuser und Brücken leuchten mit hunderten Installationen.
Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt entwerfen einfallsreiche Lichtinszenierungen. Menschen flanieren, hören Musik, schauen Aufführungen und nehmen an Workshops teil. Es wirkt kaum wie bloße Schau, sondern wie ein Fest mit Geschichte und Herz.
Der Wiener Ball zählt zu den elegantesten Ereignissen überhaupt. Einmal im Jahr wird das Gebäude der Wiener Oper zum prachtvollen Ballsaal. Junge Paare in weißen Roben und Frack eröffnen den Abend mit klassischen Tänzen.
Die Gäste genießen Musik, Dinner und das Parkett zu einem Live-Orchester. Die Atmosphäre ist feierlich und zugleich zugewandt — eine alteingesessene Tradition, die als Sinnbild eines kultivierten Österreich gilt.
Surva ist ein Winterkarneval in der bulgarischen Stadt Pernik mit tiefen Wurzeln. Die Menschen tragen Woll- und Lederkostüme, setzen gehörnte Masken auf und lassen Glocken erklingen, um böse Geister zu vertreiben und Glück herbeizurufen.
Die Straßen füllen sich mit Tanz, Licht und Musik. Das ist eindrücklich und ungewöhnlich. Märkte bieten traditionelle Speisen und Andenken an. Bei Surva werden uralte Rituale lebendig.
Am 20. Januar begeht San Sebastián die Tamborrada. Einen ganzen Tag lang wird die Stadt zu einer marschierenden Woge aus Trommelklängen. Verkleidete Gruppen ziehen durch die Straßen und schlagen die Rhythmen.
Der Tag beginnt mit dem Hissen der Fahne auf dem Hauptplatz und endet exakt 24 Stunden später. Erwachsene und Kinder machen mit. Essen, gute Laune und ein gemeinsames Wir-Gefühl tragen das Fest.
Das Schneefestival von Québec macht die Jahreszeit selbst zum Feiertag. Ein Eispalast wächst empor, Kanurennen laufen über den gefrorenen Fluss, Wettbewerbe im Schneeskulptieren finden statt, und Umzüge ziehen vorbei. Das fröhliche Maskottchen ist ein Schneemann namens Bonhomme.
Auf den Straßen gibt es Musik, Partys, Schlittenfahrten und Touren mit Hundeschlitten. So fühlt sich Winter plötzlich vergnüglich an — warm im Geist.
Am 1. Januar richtet Kalifornien die Rose Parade aus. Sie begann im 19. Jahrhundert mit dem Wunsch, zu zeigen, wie schön das Leben dort selbst im Winter ist. Heute füllen Wagen, ganz mit frischen Blumen bedeckt, die Straßen der Stadt.
Dazu kommen Blaskapellen, Reiterinnen und Reiter sowie thematische Darbietungen. Häufig findet die Parade parallel zu einem großen Footballspiel, dem Rose Bowl, statt — ein Zusammenspiel aus Sport, Spektakel und Aufbruch in ein neues Jahr.
Während Europa im Winter steckt, ist in Australien Hochsommer. Im Januar veranstaltet Sydney ein großes Festival mit Theater, Konzerten, Ausstellungen und Straßenshows. Überall in der Stadt ist etwas los — in Parks, Museen und am Wasser.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Kultur indigener Gemeinschaften. Besucherinnen und Besucher sehen traditionelle Tänze und können Workshops besuchen. Dazu kommen regionale Speisen und eine entspannte, kreative Energie in der Luft.
In Russland beginnt der Januar mit Weihnachten am 7., führt über die Svyatki und endet mit der Epiphanie am 19. Diese Tage bringen Gottesdienste, Familienessen, Caroling, Jahrmärkte und Wahrsagen.
Der zentrale Moment der Epiphanie ist die Wasserweihe und das Bad im Eisloch. Viele sind überzeugt, dass dies Seele und Körper reinigt. Überall gibt es heißen Tee, Lieder und winterliche Vergnügungen.
Beim Festival Schneedorf in Karelien entsteht eine eisige Stadt aus Figuren, Skulpturen und verschneiten Labyrinthen. Gäste fahren Schlitten, modellieren selbst, lauschen Geschichten und sehen Aufführungen.
Musik, Licht und karelische Kultur rahmen das Ganze. Serviert werden lokale Gerichte: Kalitki, Fisch-Ucha und Kräutertee. Eine echte nordische Winterfeier.
Auch wenn der Karneval im Februar stattfindet, laufen die Proben bereits im Januar. Die Straßen füllen sich mit Musik und Tanz, Sambaschulen zeigen ihre Kostüme, und Menschen schließen sich den Straßenfesten, den Blocos, an.
Clubs laden zu Partys, Konzerten und Workshops für Tanz und Kostüme. So steigt Schritt für Schritt die Vorfreude auf das leuchtendste Fest des Landes.
Im Januar richtet Paris die Fashion Week aus. Männermode und Haute Couture renommierter Häuser stehen im Fokus und machen die Stadt zur Hauptstadt des Stils.
Die Shows finden in prachtvollen Kulissen statt — in Palästen, Museen, Galerien — und ziehen Designer, Stars und Journalistinnen und Journalisten an. Was hier gezeigt wird, prägt oft die Trends weltweit.
All diese Anlässe sind mehr als reiner Zeitvertreib; sie spiegeln Tradition, Erinnerung und Kultur. Im Januar machen Menschen rund um den Globus nicht einfach Pause — sie treffen sich, tanzen, erinnern, schaffen und teilen.
Ob Schnee oder Sommerhitze: Das Grundgefühl bleibt gleich — der Wunsch, zusammenzukommen, die Seite umzublättern und den Winter mit Licht, Klang und Wärme zu füllen.