Erlebe den Ijen-Vulkan in Ostjava: blaue Flammen in der Nacht, der extrem saure Kratersee und wichtige Besuchstipps. Sicherheit und UNESCO-Geopark-Infos.
Hoch in den Bergen Ostjavas spielt sich Nacht für Nacht ein Schauspiel ab, das fast unwirklich wirkt: Aus dem Krater des Vulkans Ijen züngeln leuchtend blaue Flammen. Kein Trick, keine Scheinwerfer—es ist echtes Feuer, das sich nur in der Dunkelheit zeigt.
Der Ijen liegt im Gebirge zwischen den Städten Banyuwangi und Bondowoso und gehört zu einem größeren vulkanischen Massiv mit mehreren Gipfeln. Das Gebiet gilt als Naturstätte von internationaler Bedeutung und steht auf der Liste der UNESCO-Geoparks.
Beim Stichwort Vulkan denken die meisten an rotglühende, fließende Lava. Der Ijen erzählt eine andere Geschichte: Hier brennt nicht die Lava, sondern Gase, die aus der Tiefe aufsteigen. Überhitzt entzünden sie sich beim Kontakt mit der Luft und leuchten blau. Dieses Glimmen ist nur nachts sichtbar; bei Tageslicht verblasst es.
Im Krater liegt ein großes, helltürkises Gewässer. Sein Wasser ist so sauer, dass es mit Batteriesäure konkurriert. Schwimmen kommt folglich nicht in Frage—der Anblick dagegen zieht unweigerlich in den Bann.
Zum Aussichtspunkt führt ein ausgewiesener Pfad den Berg hinauf. Viele starten um Mitternacht, um zwischen zwei und drei Uhr morgens am Krater zu stehen—die beste Zeit, um die Flammen in voller Intensität zu sehen.
Der Aufstieg ist kein Spaziergang, zudem geht es im Dunkeln nach oben. Masken oder Atemschutz sind unerlässlich: In der Luft liegen Gase, die Husten und ein Brennen im Hals auslösen können. Die Mühe lohnt sich dennoch—ein Vulkanhang, der gegen die Nacht zu glimmen scheint, bleibt im Gedächtnis.
Tief im Krater arbeiten Einheimische Tag für Tag und gewinnen Schwefel von Hand—ein Stoff, der zum Beispiel in der Düngemittelproduktion genutzt wird. Sie arbeiten mit minimalem Schutz und schleppen schwere Lasten selbst. Es ist gefährlich und kräftezehrend, doch für viele die einzige Einnahmequelle.
Stand 2025 ist der Vulkan für Besucher geöffnet. Er ist aktiv, doch aktuell besteht für Touristen keine Gefahr. Vor der Reise empfiehlt sich der Blick in offizielle Quellen—Wege werden bei vulkanischer Aktivität mitunter vorübergehend gesperrt.
Der UNESCO-Geopark-Status des Ijen unterstützt außerdem die Entwicklung von Ökotourismus: Sicherheit wird überwacht, und der Schutz der Landschaft hat klare Priorität.
Der Ijen ist einer der wenigen Orte auf der Welt, an denen man eine Flamme in einem geradezu anderenweltlichen Blauton erleben kann. Kein Kameratrick, keine Illusion—ein echtes Naturwunder. Zusammen mit dem außergewöhnlich sauren Kratersee und der weiten Bergkulisse entsteht ein Erlebnis, das lange nachklingt.
Die blauen Feuer brennen nicht rund um die Uhr, folgen keinem Kommando und bleiben bei Tageslicht unsichtbar. Wer jedoch im richtigen Moment ankommt, nimmt ein Bild mit, das sich einprägt.