Burano: die Geschichte der bunten Häuser – und was heute gilt

Warum leuchten die Häuser auf Burano so bunt? Wir erklären Legenden, Fakten und die Genehmigung fürs Neuanstreichen sowie andere bunte Städte weltweit.

Auf der italienischen Insel Burano reiht sich ein knallbuntes Haus ans nächste. Rot, Blau, Gelb, Grün – jede Fassade wirkt, als sei sie direkt von der Palette eines Malers genommen. Doch warum dieses Farbfeuerwerk? Reiner Zufall, gelebte Tradition oder eine wohlüberlegte Entscheidung?

Die Legende der Fischer und der nüchterne Grund

Häuser

Vor Ort kursiert eine reizvolle Erzählung: Früher sollen Fischer bei dichtem Nebel heimgekehrt sein und ihre Häuser kaum erkannt haben. Also strichen sie die Wände in kräftigen Tönen, die ihnen selbst bei schlechtem Wetter den Weg wiesen. Die Szene lässt sich sofort vorstellen – leuchtende Flächen als Wegmarken in der Lagune.

Es gibt jedoch eine bodenständigere Erklärung. Viele sind überzeugt, die Farben hätten auf der kleinen, dicht bebauten Insel geholfen, die Häuser der Familien auseinanderzuhalten. Kräftige Anstriche schützten zudem die Fassaden vor der Sonne und ließen die Gebäude vor dem Wasser deutlicher hervortreten. Zwischen Romantik und Alltag liegt die Erklärung vermutlich in der Mitte.

Darf man ohne Genehmigung neu streichen?

Häuser, Wasser, Turm

Trotz dieses frei wirkenden Farbspiels kann in Burano niemand seine Fassade nach Belieben überstreichen. Wer den Ton wechseln möchte, braucht die Zustimmung der örtlichen Behörde; sie schlägt für die jeweilige Lage mehrere passende Nuancen vor. Der Prozess mag streng wirken, doch gerade er hält das Patchwork stimmig und bewahrt den Charakter der Insel.

Andere farbenfrohe Städte weltweit

Häuser, Bäume

Burano ist nicht der einzige Ort, der Mut zur Farbe zeigt. In Spanien wurden im Dorf Júzcar die Häuser wegen Werbung für den Film The Smurfs blau gestrichen. Den Bewohnern gefiel der neue Auftritt so sehr, dass sie ihn beibehielten.

Und in Argentinien begann das Viertel La Boca in Buenos Aires im 19. Jahrhundert, die Häuser mit übrig gebliebener Schiffsfarbe zu streichen. Heute zählt es zu den meistbesuchten Gegenden der Stadt.