Big Ben in London: Von frühen Pannen über den langen Stillstand 2017–2022 bis zur Restaurierung. So hält das historische Uhrwerk seine Präzision bis heute.
Big Ben ist mehr als ein Zeitmesser – er steht sinnbildlich für London und das Vereinigte Königreich. Seit über 160 Jahren hält sein Klang die Stadt im Takt, und das Uhrwerk aus dem 19. Jahrhundert gilt noch immer als Maßstab für Präzision. Trotzdem ist keine Maschine unfehlbar. Ein Blick darauf, wann und warum Big Ben zum Stillstand kam – und wie er zuverlässig weiterläuft.

Der Betrieb der Uhr startete 1859, doch fast sofort trat das erste ernste Problem auf. Die große Glocke, die die Stunden schlagen sollte, bekam einen Riss. Die Lösung war pragmatisch: Man drehte sie so, dass der Hammer eine andere Stelle traf.
Später, 1976, legte der Verschleiß den Mechanismus lahm. Die Reparaturen dauerten fast neun Monate. Eine weitere geplante Pause folgte 2007, als der Zeitmesser für Wartungsarbeiten vorübergehend abgeschaltet wurde.

Eine lange Stille setzte 2017 ein, als eine umfassende Restaurierung des Turms begann. Die Arbeiten dauerten fast fünf Jahre; in dieser Zeit stand die Uhr still, und die Schläge erklangen nur zu besonderen Anlässen – etwa zu Silvester.
2022 war die Restaurierung abgeschlossen. Die Uhr kehrte nicht nur in den Betrieb zurück, sondern auch zu ihrem historischen Erscheinungsbild: Zeiger und Ziffern wurden, wie im 19. Jahrhundert, blau gefasst – ein bewusster Schritt zurück zu den Ursprüngen.

Auch nach der Restaurierung wurde der Mechanismus im August 2022 erneut vorübergehend abgeschaltet. Das war beabsichtigt: Wichtige Bauteile des aktualisierten Uhrwerks mussten eingebaut werden. Solche geplanten Pausen gehören dazu, um Präzision und Verlässlichkeit zu sichern.

Trotz seines Alters läuft das Uhrwerk ohne moderne Digitaltechnik. Die Genauigkeit wird auf ungewöhnliche Weise feinjustiert – indem alte Münzen aufgelegt oder abgenommen werden. So lässt sich die Ganggenauigkeit auf bis zu 0,4 Sekunden pro Tag einstellen.
Regelmäßige Kontrollen und Wartungen sichern den Betrieb. Dadurch bewahrt der legendäre Big Ben seine Präzision auch nach all den Jahren – und erinnert daran, dass Zuverlässigkeit oft das Ergebnis geduldiger Pflege ist.