Türkei: die häufigsten Touristenfallen – und wie du sie vermeidest

Von Taxi-Tricks bis gefälschten Touren: Lerne, welche Touristenfallen in der Türkei lauern und wie du Abzocke bei Restaurants, Geldwechsel und Hotels erkennst.

Ein Urlaub in der Türkei bedeutet Meer, Sonne, großartiges Essen und dieses unverwechselbare östliche Flair. Doch neben all den Freuden geraten Reisende immer wieder in bekannte Fallen. Im vergangenen Jahr häuften sich Berichte darüber, auf welch unterschiedliche Weise Besucher zum Bezahlen bewegt werden. Hier sind die gängigsten Maschen – und wie man nicht zur nächsten Zielscheibe wird.

Straßenfallen: kleine Momente, die den Tag verderben

Die Bürste des Schuhputzers. Man geht vorbei, jemand lässt eine Bürste fallen. Hebt man sie auf, besteht die Person darauf, die Schuhe kostenlos zu reinigen – kurz darauf folgt die Forderung nach Geld, oft mit Nachdruck.

Geschenke und Tierfotos. Ein Armband oder ein Schnappschuss mit einem Papagei wird zunächst als Gratisgeste verkauft. Gleich danach kommt die Bitte um Geld; lehnt man ab, steigt der Druck, bisweilen fällt sogar der Hinweis auf die Polizei.

Taxis: ohne Taxameter, ohne Skrupel

Fahrten ohne Zähler. Man steigt ein, der Fahrer lässt den Taxameter aus, und am Ende ist der Fahrpreis um ein Mehrfaches höher als üblich. Mitunter wird vorab gar kein Preis genannt, die saftige Rechnung kommt erst zum Schluss.

Banknotentausch. Man übergibt beispielsweise 100 Lira, der Fahrer tauscht unbemerkt gegen einen Zehner und behauptet, es sei zu wenig. Überrumpelt zahlen viele einfach noch einmal.

Besser Fahrten über Apps buchen, in denen der Preis vorher feststeht, und das Wechselgeld immer genau prüfen.

Restaurants: teuer – ohne Vorwarnung

Gerichte ohne Preisangabe. Die Bedienung empfiehlt einen besonderen Salat oder Fisch, ohne den Preis zu nennen. Die Gesamtrechnung entpuppt sich dann als überraschend hoch.

Menütausch. Man bestellt aus einer Karte, beim Bezahlen taucht jedoch eine andere auf – mit ganz anderen Preisen.

Vorher den Preis erfragen und die Karte fotografieren, besonders wenn sie auf Englisch oder Russisch vorliegt. Eine Minute Aufmerksamkeit spart später Nerven.

Einkaufen und Geldwechsel: Betrug, ganz offen

Privater Wechsel zum vermeintlichen Superkurs. Ein Einheimischer bietet einen besonders guten Kurs an. Tatsächlich kann man dabei um Dutzende Dollar erleichtert werden.

Scheinmarken. Auf Märkten werden Fälschungen als Originale verkauft – zu Preisen, die nach echt aussehen.

Geld nur in lizenzierten Wechselstuben tauschen und angeblich markenbewusste Einkäufe außerhalb richtiger Geschäfte meiden. Ein freundliches Angebot auf der Straße entpuppt sich oft als getarnter Deal.

Ausflüge: billig ist selten gut

Gefälschte Touren. Der Ausflug wird für fast nichts angeboten, doch später zahlt man extra für Eintritt, Essen und Transport. Mitunter fährt am Ende niemand irgendwohin.

Nicht lizenzierte Begleiter. Jemand stellt sich als Guide vor, kassiert Bargeld und ist dann verschwunden.

Touren über seriöse Agenturen oder das Hotel buchen. Das Muster ist bekannt: niedriger Einstiegspreis, versteckte Kosten hinterher.

Hotels und Ferienwohnungen: Überraschungen nach der Buchung

Zahlen für Selbstverständlichkeiten. Internet, Klimaanlage, sogar Handtücher werden plötzlich extra berechnet – Details, die vorher nie erwähnt wurden.

Gefälschte Buchungsseiten. Man reserviert eine Wohnung, zahlt eine Anzahlung, kommt an und findet unter der Adresse nichts. Das Geld ist weg.

Am besten bekannte Plattformen mit Bewertungen nutzen und nicht den vollen Betrag im Voraus zahlen. Transparenz bei der Buchung ist die beste Absicherung.

Banktricks: nicht nur Bargeld ist gefährdet

Manipulierte Geldautomaten. Manche Geräte lesen Kartendaten aus – das Geld verschwindet später.

Kartentausch. Im Laden bekommt man nicht die eigene Karte zurück und merkt es erst, wenn es zu spät ist.

Wenn möglich per Smartphone zahlen oder sich das Terminal an den Tisch bringen lassen. Die Karte im Blick zu behalten, senkt das Risiko deutlich.

Diebstähle im Hotel: nicht völlig abschalten

Selbst in teuren Häusern verschwinden gelegentlich Dinge aus Zimmern. Es kann jemand vom Personal sein – oder Außenstehende, wenn Fenster oder Türen nicht richtig gesichert sind.

Wertsachen in den Safe legen oder bei sich tragen. Elektronik und Bargeld nicht offen liegen lassen. Einfache Vorsicht wirkt oft Wunder.

Und wenn man doch hereinfällt?

Passiert etwas Ernstes, sollte man zur Polizei gehen. In touristischen Gegenden sprechen Beamte oft Englisch oder Russisch. Hilfe bietet auch das Konsulat des eigenen Landes.

Die Türkei bleibt eines der herzlichsten und gastfreundlichsten Reiseziele. Wachsam zu bleiben lohnt sich dennoch: Betrüger sind erfinderisch. Also reisen, genießen – und den gesunden Menschenverstand nicht ausschalten.