So entgehst du versteckten Strandgebühren und dreisten Tricks

Strand-Abzocke im Urlaub: versteckte Gebühren vermeiden
© A. Krivonosov

Viele Strände versprechen freien Zugang, doch Liege, Schirm und Extras kosten plötzlich. So erkennst du Abzocke, klärst Preise und vermeidest Gebühren.

Wer eine Auszeit plant, wünscht sich oft einfach Meeresrauschen, warmen Sand und Sonne satt. Doch selbst ein vermeintlich unkomplizierter Strandtag kann eine unerfreuliche Wendung nehmen. In immer mehr Ländern stoßen Reisende auf Situationen, in denen der Zugang zum Ufer oder selbst Basiskomfort wie eine Liege plötzlich Geld kostet – obwohl zuvor anderes suggeriert wurde. So läuft das – und so entgeht man der Kostenfalle.

Ein „freier“ Strand – aber nicht für alle?

In vielen Ländern schreiben Gesetze vor, dass Strände für alle zugänglich sind. In Sotschi und anderen russischen Kurorten ist es beispielsweise verboten, den Zugang zum Meer zu versperren. Vor Ort sieht es jedoch nicht selten anders aus.

Manche Hotels und Pensionen stellen Security auf oder richten eine Art Kontrollpunkt ein – es entsteht der Eindruck, der Strand gehöre exklusiv ihnen, obwohl die Regeln etwas anderes vorsehen.

Es gab Fälle, in denen Menschen abgewiesen wurden, wenn sie keine Hotelgäste waren. Am Ende zahlen Reisende oder machen sich auf die Suche nach einem anderen Stück Küste – häufig nicht der naheliegendste Abschnitt.

Liege, Sonnenschirm – und eine unerwartete Rechnung

Selbst wenn man den Strand ohne Gebühr erreicht, sollte man sich nicht zu früh in Sicherheit wiegen. Oft macht man es sich auf einer bequemen Liege im Schatten eines Schirms gemütlich, und kurz darauf steht jemand vom Personal da und fordert Geld – mitunter gar nicht wenig.

Mancherorts, etwa in Montenegro, ist ein großer Teil der Strände an Betreiber verpachtet. Formal sind sie öffentlich, praktisch bekommt man jedoch Platz, wenn man für die Liege zahlt.

Aufgedrängte Extras ohne Nachfrage

Kaum liegt man in der Sonne, taucht jemand auf und bietet eine Massage, ein Foto mit einem Tier oder einen Drink an. Zunächst wirkt es freundlich – bis Zahlung verlangt wird, selbst wenn man nie zugestimmt hat.

Viele zögern, klar abzulehnen, oder halten es für eine nette Geste. In Wahrheit ist es ein gängiger Weg, Besucher zur Kasse zu bitten.

Warum das immer wieder passiert

Solche Taktiken halten sich, weil Sanktionen selten sind. Selbst wenn Reisende sich beschweren, sind die Chancen auf Veränderung gering. Hinzu kommt, dass Urlauber die lokalen Regeln oft nicht kennen und eine Auseinandersetzung scheuen. Zahlen und abhaken wirkt bequemer, als sich die Ferien verderben zu lassen. Genau darauf setzen die Betreiber solcher Modelle. Der Eindruck drängt sich auf, dass manche eher auf Verwirrung als auf Service bauen.

Wie man nicht darauf hereinfällt

Strände vorab recherchieren. Bewertungen lesen, Karten und Foren prüfen. So lassen sich Orte erkennen, an denen der Zugang wirklich frei ist.

Preise vorab klären. Bevor man eine Liege nimmt oder eine Leistung annimmt, nach dem Preis fragen. Lieber vorher wissen als später streiten.

Wenn etwas seltsam wirkt, dokumentieren. Bei Irreführung Fotos oder Videos machen und Belege aufbewahren. Das kann hilfreich sein.

Keine Scheu vor einem Nein. Wenn jemand zu aufdringlich wird, freundlich, aber bestimmt ablehnen. Das ist vollkommen in Ordnung.

Wachsam bleiben ist entscheidend

Eine Auszeit am Meer soll leicht sein, nicht zu einem Parcours aus Überraschungsgebühren werden. Ein wenig Aufmerksamkeit reicht oft: mögliche Fallstricke kennen, wachsam bleiben – dann verdirbt selbst der teuerste Strand nicht die freie Zeit.