Entdecke Petra in Jordanien: Wie die Nabatäer mit raffinierten Wassersystemen und Felsarchitektur ein Wüstenzentrum schufen. Fakten, UNESCO-Welterbe.
Mitten in der jordanischen Wüste, eingefasst von unbeugsamen Felswänden und glühenden Winden, liegt eine ganze Stadt verborgen. Petra ist mehr als eine antike Siedlung; es ist eine ingenieurtechnische Meisterleistung, der Natur abgetrotzt. Wie verwandelten die Nabatäer ein ausgedörrtes, wasserloses Tal in einen lebendigen Knotenpunkt von Handel und Kultur? Welche Verfahren erlaubten es ihnen, Tempel direkt aus dem Fels zu schlagen und Wasser zu sichern, wo jeder Schluck kostbar war?
Was heute überdauert, überwältigt durch seinen Maßstab. Doch das eigentliche Wunder sind weniger die Fassaden als die unauffällige Brillanz der Systeme, die Leben ermöglichten, wo es eigentlich keines hätte geben dürfen.

Leben hängt am Wasser. In der Wüste ist das eine zähe Herausforderung: Regen ist selten, und wenn er fällt, dann oft als heftige Sturzfluten, die alles mitreißen. Die Nabatäer begegneten dem mit einem ineinandergreifenden System. Rinnen und Leitungen führten das Regenwasser dorthin, wo es gebraucht wurde. Zisternen legten Vorräte für Dürrezeiten an. Filter reinigten es, damit es gefahrlos trinkbar war.
Der Geniestreich war ein 86 Meter langer Tunnel, der einen Fluss um die Stadt lenkte und Petra vor zerstörerischen Überschwemmungen schützte.

Die berühmten Monumente Petras, darunter Al-Khazneh, wurden nicht wie gewöhnliche Häuser errichtet – sie sind direkt aus dem Fels herausgearbeitet. Wie war das überhaupt möglich?
Am wahrscheinlichsten arbeiteten die Handwerker von oben nach unten: Zuerst formten sie die oberen Partien und gingen dann tiefer, um das Einsturzrisiko zu minimieren. Der Stein wurde zunächst grob abgetragen und anschließend mit Meißeln auf präzise Oberfläche gebracht.
Archäologen fanden zudem Spuren hölzerner Gerüste, was darauf hindeutet, dass die Erbauer damit die höchsten Abschnitte der Felswände erreichten.

Das bekannteste Monument Petras ist Al-Khazneh, die Schatzkammer. Seine 40 Meter hohe Fassade ist direkt in die Felswand gehauen, geschmückt mit Säulen, Statuen und Reliefs. Der genaue Zweck bleibt rätselhaft.
Weitere Höhepunkte sind Ad-Deir (das Kloster), ein Bergtempel mit wuchtiger Fassade, und die Königlichen Gräber – in den Fels geschnittene Ruhestätten nabatäischer Eliten.
Heute ist Petra UNESCO-Welterbe und eines der Neuen Sieben Weltwunder. Archäologen erforschen die Stadt weiter und legen mehr der technischen Lösungen der Nabatäer offen. Moderne Werkzeuge wie 3D-Scans helfen, diese Monumente für künftige Generationen zu sichern – ein Hinweis darauf, dass Einfallsreichtum hier nie Zierrat war, sondern Existenzbedingung.