Entdecke einsame Inseln fernab vom Massentourismus: Niue, Kiribati, Komoren, São Tomé und Príncipe. Tipps zu Naturerlebnissen, Stränden und Visumhinweisen
Der Tourismus wandelt sich vor unseren Augen. Immer mehr Reisende haben genug von Menschenmassen und lärmenden Stränden und entscheiden sich für stille, fast leere Inseln. Sie suchen Ruhe, Einfachheit und Natur, so wie sie ist – ohne Trubel und Dauerbespaßung. Diese Entscheidung wirkt weniger wie Flucht als wie ein Neustart.

Mitten im Pazifik liegt Niue, eine winzige Insel mit rund 1.600 Einwohnern. Hektik kennt man hier nicht – es gibt Sonne, Meer und eine spürbare Abgeschiedenheit. Das Wasser bleibt ganzjährig bei etwa 29 °C, und Russen, die weniger als einen Monat bleiben, benötigen kein Visum.
Von der Hauptstadt Alofi sind es nur wenige Minuten bis ins Dorf Huvalu. Im dortigen Reservat leben seltene polynesische Nagetiere und Flughunde. An Sonntagen kommt die Insel zur völligen Ruhe – Lärm ist verboten –, was Niue eine besondere Gelassenheit verleiht.

Kiribati besteht aus 33 Inseln, von denen nur 21 bewohnt sind. Pro Jahr kommen etwas mehr als 7.900 Besucher – Zahlen, die das Tempo gemächlich halten und die Atmosphäre unverstellt lassen.
Viel Infrastruktur gibt es nicht, dafür ein unglaublich klares Meer; die typische Beschäftigung heißt Bonefishing. Die Korallenriffe sind von der UNESCO anerkannt und haben das Phoenix Islands Protected Area weltweit bekannt gemacht. Ein Ziel nicht fürs Hotel-Hopping, sondern für alle, die Natur in ihrer ursprünglichen Form wollen.

Seit den Zeiten arabischer Seefahrer sind die Komoren als Inseln des Parfüms bekannt – wegen der großen Ylang-Ylang-Plantagen, die die Spitzenparfümerie beliefern. Die Luft ist tatsächlich von einem süßen, blumigen Duft durchzogen.
Das Visum gibt es bei der Ankunft für 30 €, die beste Reisezeit ist von Mai bis November. Die Komoren stehen weniger für Luxus als für Stimmung: Sonne, Grün, Duft und das unaufgeregte Tempo des Alltags. Ihre Anziehungskraft ist leise – und bleibt.

Am anderen Ende der Welt, im Golf von Guinea, liegen São Tomé und Príncipe. Nur wenige Besucher schaffen es hierher – genau das macht den Reiz aus. Die Strände sind von weichem Sand gesäumt, Bananenstauden lassen Szenen entstehen, die wie Kino wirken.
Zu einer bestimmten Jahreszeit kommen Meeresschildkröten an Land, um ihre Eier zu legen. Wer das beobachtet, erinnert sich daran, dass es Orte gibt, die noch im Takt der Natur bleiben.
Immer mehr Menschen wählen nicht Resorts mit Pools und Restaurants, sondern Orte, an denen das Meer die Tonspur ist und Stille zum Luxus wird. Gesucht ist nicht nur ein Tapetenwechsel, sondern das Gefühl, zu einer Welt zu gehören, die langsam und behutsam schwingt. Es ist eine kleine, bewusste Verschiebung – und sie trifft einen Nerv.
Vielleicht werden diese abgeschiedenen Inseln zu Symbolen einer neuen Art des Reisens: nicht massenhaft, sondern echt, bei der der Urlaub weniger ein Foto für soziale Medien ist als Zeit, die man sich selbst reserviert.