Erfahre, wo und wann du auf den Malediven das leuchtende Meer siehst: Vaadhoo, Mudhdhoo, beste Reisezeit Juni–Oktober, Tipps und Hintergründe zur Biolumineszenz
Stellen Sie sich vor: Sie stehen nachts am Ozeanufer, und das Wasser um Ihre Füße beginnt plötzlich zu glimmen. Jede Welle zuckt wie ein Funke auf, als hätten sich die Sterne vom Himmel gelöst und wären ins Meer gesunken. Kein Trick und keine Fantasie – es ist ein natürliches Schauspiel, das sich auf den Malediven beobachten lässt.
Der Effekt geht auf winzige Meereslebewesen zurück – so zahlreich, dass man das einzelne kaum wahrnimmt, doch gemeinsam können sie den Ozean buchstäblich zum Leuchten bringen. Diese mikroskopisch kleinen Organismen beginnen zu strahlen, sobald das Wasser in Bewegung kommt: wenn man in die Brandung tritt oder eine Welle am Ufer bricht.
Forschende erklären das als eine Art Schutz vor Fressfeinden. Für das Auge bleibt es ein kleines Wunder: blaues, azurfarbenes Knistern über der Oberfläche – ein Anblick, der sich einprägt. Der Faszination kann man sich kaum entziehen.
Der bekannteste Ort auf den Malediven für dieses Leuchten ist die Insel Vaadhoo. Auch rund um die Insel Mudhdhoo werden häufig besonders helle Erscheinungen beobachtet.
Die Tourismus-Website der Malediven rät zu einer Reise zwischen Juni und Oktober, dann stehen die Chancen besser. Doch die Natur hält sich an ihren eigenen Zeitplan: An manchen Nächten ist das Leuchten deutlich und unverkennbar, an anderen zeigt es sich gar nicht. Einfluss haben Wetter, Wassertemperatur, die Mondphase – und sogar, wie kräftig die Wellen sind.
Leuchtende Strände sind nicht bloß ein spektakulärer Anblick. Ihr Erscheinen deutet darauf hin, dass das Wasser sauber ist und vor Leben wimmelt. Fachleute warnen jedoch, dass Klimawandel und Verschmutzung solche Momente seltener werden lassen könnten.
Umso wichtiger ist der Schutz der Natur – damit kommende Generationen dieses Staunen mit eigenen Augen erleben können.
Viele werden diese Inseln nie betreten – und das ist in Ordnung. Schon die Vorstellung, dass irgendwo auf dem Planeten das Meer bei Nacht leuchten kann, hebt die Stimmung. Es erinnert leise daran, wie erstaunlich und geheimnisvoll die Natur ist. Selbst aus der Ferne lässt sich über sie lernen, man kann sich an ihr freuen – und seinen Teil dazu beitragen, dass solche Wunder erhalten bleiben.