21:37 28-11-2025

Versteckte Kosten im Urlaub: Restaurant-Tricks erkennen und vermeiden

Wie Touristenfallen im Restaurant funktionieren: fehlende Preise, Zusatzgebühren, falsches Trinkgeld. Tipps, um Rechnungstricks zu erkennen und zu vermeiden.

© A. Krivonosov

Im Urlaub wollen wir abschalten, gut essen und den Moment genießen. Doch manchmal läuft es anders: Das Gericht, das auf dem Foto köstlich wirkte, enttäuscht; die Rechnung wächst durch unerwartete Posten; und am Ende besteht der Service darauf, auch für etwas kassieren zu lassen, das man nie bestellt hat. Vor allem in Hotspots greifen manche Lokale zu kleinen Tricks, um mehr aus Gästen herauszuholen. So funktioniert das – und so entgeht man ihnen.

Keine Preise auf der Karte: das erste Warnsignal

Man setzt sich, bekommt eine schicke Speisekarte – aber ohne Preise. Oder sie ist nur in einer Sprache, die man nicht versteht. So kommen böse Überraschungen erst mit der Rechnung. Das passiert besonders oft in Japan und in Lissabon, wo Gästen teils eine teurere Karte gereicht wird, während Einheimische die normale erhalten.

Bezahlt wird der Ausblick, das Brot – eigentlich alles

Selbst wenn Preise ausgewiesen sind, ist die Rechnung nicht automatisch sauber. Zusatzkosten schleichen sich ein. In einem Restaurant am Comer See in Italien fällt für einen schönen Tisch ein Aufpreis von 2 Euro an. Der Betrag ist klein – viele merken gar nicht, dass sie ihn bezahlt haben.

Auch Brot, Wasser, Besteck oder sogar Musik tauchen mitunter auf der Rechnung auf. Diese Positionen stehen häufig nicht auf der Karte, trotzdem soll man sie begleichen.

Etwas bekommen, das man nicht bestellt hat – muss man es zahlen?

Mitunter bringt das Personal ungefragte Speisen, stellt sie als Aufmerksamkeit des Hauses dar – und rechnet sie später doch ab. Es gibt auch den Vertausch-Trick: Bestellt wird ein Gericht, serviert wird eine teurere Variante. In Venedig wurden Touristinnen und Touristen so bereits umbestellt und sollten anschließend den höheren Preis akzeptieren.

Trinkgeld ist freiwillig – außer wenn es das nicht ist

In manchen Ländern, etwa in den USA oder in Europa, ist die Servicepauschale bereits in der Rechnung enthalten – und trotzdem erwartet das Personal zusätzliches Trinkgeld. So zahlt man schnell doppelt. Und wer die bereits inkludierte Gebühr nicht bemerkt, wird selten darauf hingewiesen.

Der versprochene Rabatt, der keiner ist

Lockt jemand vor dem Lokal mit Sonderangeboten oder Rabatt, ist Vorsicht angesagt. Oft ist es nur der Köder. In Rom wird etwa ein Mittagessen für 10 Euro angepriesen, doch mit Wasser, Brot und einem optionalen Dessert klettert die Endsumme schon mal auf 30.

Wie man nicht in die Falle tappt

Ein paar einfache Gewohnheiten helfen, Ärger zu vermeiden:

— Immer eine Speisekarte mit Preisen verlangen.

— Restaurants wählen, die etwas abseits der großen Sehenswürdigkeiten liegen.

— Vor dem Bezahlen die Rechnung genau prüfen. Bei Unklarheiten nachfragen.

— Vorab Bewertungen lesen.

— Gerichte ablehnen, wenn sie einem aufgedrängt werden.

Kurz gesagt

Urlaub sollte Freude schenken, nicht Frust. Die meisten Cafés und Restaurants arbeiten ehrlich und möchten, dass der Abend gelingt. Doch ein paar Ausreißer hoffen stets auf unaufmerksame Reisende. Wer ihre Maschen kennt, umgeht die Fallstricke mühelos – und behält das Abendessen im Ausland als schöne Erinnerung, nicht als Stimmungskiller.