05:45 28-11-2025

Achtung Papagei-Foto: so vermeiden Sie Abzocke in Sotschi und Sankt Petersburg

Straßenfotografen mit Papagei, Affe oder Taube kassieren Tausende Rubel. Erkennen Sie die Fotomasche in Sotschi und St. Petersburg – schützen Sie Ihr Geld.

By Petar Milošević - Own work, CC BY-SA 4.0, Link

Sie bummeln im Urlaub an der Uferpromenade, als jemand mit Kamera – und einem Papagei auf der Schulter – auf Sie zusteuert. Er bietet an, ein Foto von Ihnen zu machen, angeblich „kostenlos“. Klingt harmlos. Doch wenige Minuten später werden plötzlich Tausende Rubel fällig. Was ist passiert?

Das „kostenlose“ Foto, das am Ende Zehntausende kostet

Geschichten wie diese sind häufig. In beliebten Touristenzielen wie Sotschi oder Sankt Petersburg locken Straßenfotografen mit dem Versprechen eines Schnappschusses mit einem Tier – Papagei, Affe oder Taube. Es wirkt wie eine harmlose Erinnerung für das Familienalbum.

Sobald der Auslöser gedrückt ist, ist es mit der „Gratis“-Version vorbei. In Sotschi wurde ein Urlauber gedrängt, 20.000 Rubel für ein Foto mit Papagei und Affe zu zahlen. In Sankt Petersburg legte ein Paar für ein paar Aufnahmen mit Tauben bis zu 80.000 Rubel hin.

Wie man ins Zahlen gedrängt wird

Das Muster ist vorhersehbar. Ein lächelnder Fotograf bietet ein Bild an und setzt das Tier oft ungefragt auf die Schulter. Dann folgt der Preis – nicht 200 Rubel, sondern 5.000, 10.000 oder mehr.

Rutschen zwei Tiere ins Bild, wächst die Rechnung. Sie steigt erneut, wenn der Fotograf auslöst und sogar einen Ausdruck präsentiert. Wer sich weigert zu zahlen, erlebt Druck: laute Stimmen, Einschüchterung, die Ankündigung, die Polizei zu rufen.

Wo es besonders oft passiert

Solche Begegnungen häufen sich vor allem in Sotschi, Sankt Petersburg und Sewastopol – dort, wo viele Besucher unterwegs sind. Fotografen postieren sich entlang von Uferpromenaden, in Parks und an Sehenswürdigkeiten – überall dort, wo es am vollsten ist. Ähnliche Maschen tauchen auch im Ausland auf, etwa in der Türkei.

Was das Gesetz dazu sagt

Laut dem angesehenen Juristen Iwan Solowjow kann das als Betrug gelten. Wird der Preis nicht vorab genannt und erst im Nachhinein Geld verlangt, liege eine Täuschung vor – zumal dann, wenn Menschen eingeschüchtert oder zum Zahlen gedrängt werden, obwohl sie dem nie zugestimmt haben.

So schützen Sie sich

— Nehmen Sie keine Tier-Fotoangebote von Fremden an, die Sie auf der Straße ansprechen.

— Wenn Sie dennoch posieren, klären Sie den Preis sofort – idealerweise vor Zeugen.

— Geben Sie Ihr Handy nicht aus der Hand; es könnte erst gegen Zahlung zurückkommen.

— Bei Drohungen zögern Sie nicht, die Polizei zu rufen.

— Sobald jemand Sie einschüchtert, starten Sie eine Aufnahme auf Ihrem Telefon.

Wie es weitergeht

Solange die Behörden am Rand bleiben, kassieren diese Fotografen weiter am Vertrauen der Touristen. Zahlen Menschen still, nur um den Urlaub nicht „zu verderben“, verbreitet sich die Masche.

Ändert sich nichts, sind neue Varianten absehbar: andere Tiere, neue Vorwände, noch höhere Preise.

Am Ende gilt: Urlaub ist zum Abschalten da – nicht dafür, Zehntausende für ein Foto auszugeben, das nie geplant war. Seien Sie wachsam bei „Gratis“-Angeboten und behalten Sie Ihr Geld – es findet bessere Verwendung.