17:31 27-11-2025

Yavuz-Sultan-Selim-Brücke in Istanbul: Daten, Bau und Bedeutung

Yavuz-Sultan-Selim-Brücke in Istanbul: breiteste Bosporusbrücke verbindet Europa und Asien, entlastet seit 2016 den Verkehr täglich und beeindruckt mit 322 Meter hohen Pylonen.

By Kerim Burak - https://www.ensonhaber.com/3-kopru-dev-acilisa-hazir-2016-08-24.html, CC BY-SA 4.0, Link

In Istanbul, wo an jeder Ecke Geschichte atmet, tritt eine Brücke als unübersehbares Symbol der Gegenwart hervor. Sie ist nicht immer der erste Name, der fällt, wenn von Bosporus-Überquerungen die Rede ist – obwohl sie es verdient hätte. Die Yavuz-Sultan-Selim-Brücke, die dritte der Stadt, ist weit mehr als eine Verbindung von Ufer zu Ufer. Sie spannt zwei Kontinente zusammen – Europa und Asien – und ist zu einer Quelle des Stolzes für die Türkei geworden.

Warum eine dritte Brücke nötig war

Tag für Tag bewegen sich Millionen über Istanbuls Straßen, und die bestehenden Bosporusbrücken erreichten längst ihre Kapazitätsgrenzen. 2013 begann daher der Bau eines neuen Übergangs, benannt nach Sultan Selim I., genannt Yavuz, einem osmanischen Herrscher, der die Grenzen des Reiches stark ausweitete. Das Ziel war klar: eine schnelle, bequeme Route quer durch die Stadt – besonders für alle, die das Zentrum umgehen.

Was diese Brücke auszeichnet

Ihre Dimensionen lassen sich kaum überhöhen: Die Brücke erstreckt sich über mehr als zwei Kilometer, die Hauptspannweite misst 1.408 Meter. Am eindrucksvollsten ist ihre Breite: Sie ist die weltweit breiteste Brücke – nahezu 60 Meter, also breiter als eine achtspurige Autobahn.

Zugleich gehört sie zu den höchsten ihrer Art: Die Pylone ragen 322 Meter in den Himmel – höher als der Eiffelturm ohne Antenne. Und eine Besonderheit sorgt für Staunen: Autos und Züge teilen sich dieselbe Ebene, eine seltene Kombination, die den Anspruch des Entwurfs unterstreicht.

Wie sie gebaut wurde

Für das Projekt arbeiteten Fachleute aus mehreren Ländern zusammen, darunter aus Frankreich und der Schweiz, während türkische und italienische Unternehmen den Bau übernahmen. Nach fast drei Jahren Bauzeit wurde die Brücke im August 2016 eröffnet. Hunderttausende Tonnen Beton und Stahl stecken in dem Bauwerk, die Gesamtkosten lagen bei rund 3 Milliarden Dollar.

Wie sie der Stadt dient

Um den Bosporus zu queren, müssen Autofahrer nicht mehr ins Zentrum Istanbuls eintauchen. Das ist ein großer Vorteil für Lastwagen und Fernbusse. Als Teil einer großen Umfahrungsroute hat die Brücke Staus spürbar reduziert und den Verkehr beschleunigt.

Heute ist sie mehr als nur eine Fahrbahn. Die Brücke ist zu einem Schlüsselstück der türkischen Infrastruktur geworden und könnte sogar internationale Frachtwege prägen. Sie vereinfacht den Warenverkehr – ein Plus für die Wirtschaft. Am Bosporus wirkt sie wie ein selbstbewusstes Statement dessen, was Istanbul zu bauen vermag – und wie ein Wahrzeichen, auf das die Stadt mit Recht stolz sein kann.