09:45 24-11-2025
Mallorcas Feste und Feiertage: ein Jahresüberblick
Entdecke Mallorcas Feste und Feiertage von Januar bis Dezember: San Sebastià, Mandelblüte, San Juan, Es Vermar, Dijous Bo und mehr. Tipps, Orte, Atmosphäre.
Wer Mallorca nur mit Strand, Sonne und Touristenschwärmen verbindet, greift zu kurz. Die Insel versteht zu feiern – und das durch alle Jahreszeiten. Fast jeden Monat steht ein neuer Feiertag, eine Kirmes, ein Umzug oder ein Fest im Kalender. Gefeiert werden nicht nur Weihnachten und Neujahr, sondern auch die Mandelblüte, die Weinlese und sogar Petersilie. Hier sind einige der prägnantesten und angenehm eigenwilligen Termine, die den Jahreslauf prägen.
Januar: Feuer, Tiere und nächtliches Straßenleben
Das Jahr startet heiß – im Wortsinn. In der Nacht vom 16. auf den 17. Januar ehrt die Insel den heiligen Antonius, den Schutzpatron der Tiere. Tradition sind von Feuerwerk erleuchtete Prozessionen; am Morgen bringen die Menschen ihre Tiere zur Segnung – von der Katze bis zur Ziege.
Schon zwei Tage später, am 19. Januar, feiert Palma San Sebastià, das große Fest der Hauptstadt. Überall in der Stadt erklingen Konzerte, Scheite lodern, und es wird direkt auf der Straße gegrillt. Man bleibt lange draußen – die einen mit Gitarren, die anderen mit Spießen. Die Stimmung trägt einen mühelos mit.
Februar: Wenn die Mandeln blühen, kommt die Insel zusammen
Der Winter ist mild, und im Februar legen sich rosa-weiße Blüten über die Bäume. Besonders rund um Son Servera wird die Mandelblüte gefeiert. An Ständen gibt es Mandelgebäck, Öl, Seife und andere kleine Genüsse. So entsteht eine behagliche Mischung aus Essen, Musik und Handwerk.
Frühling: Stille und Kerzenschein
Der Frühling bringt ein ruhigeres Tempo. Vor Ostern ziehen in der Karwoche religiöse Prozessionen durch die Orte. Menschen in Kapuzengewändern gehen schweigend, Kerzen in den Händen. Der Anblick ist ernst und schön zugleich, besonders in Palma.
Sommer: Feuer, Strände und Musik
Im Sommer läuft Mallorca zur Festform auf. Herausragend ist die Nacht des San Juan am 23. Juni. Menschen strömen an die Strände, entzünden Feuer, springen ins Meer, trommeln und feiern unter freiem Himmel. Es ist ein Gruß an den Sommerbeginn und, nach lokalem Verständnis, eine Reinigung vom Schlechten.
Im August feiert Valldemossa San Bartomeu. Theateraufführungen, Straßenumzüge und Veranstaltungen im alten Kloster prägen den Ort. Die Stimmung ist ruhiger, intimer – und bleibt dennoch fesselnd.
Herbst: Wein, Süßes und Landleben
Im September startet in Binissalem das Weinfest Es Vermar. Besucher probieren lokale Weine, feiern auf den Straßen und stürzen sich mitunter in Trauben-„Schlachten“, bei denen man sich mit Früchten bewirft.
Im Oktober verwandelt sich Esporles in die Fira Dolça, eine Dessertzmesse. Alles dreht sich um Süßes: Kuchen, Gebäck, Marmelade und Karamell. Dazu kommen Musik, Workshops und Stücke lokaler Kunsthandwerker.
Herbst–Winter: die Höhepunkte
Einer der größten Termine ist im November der Dijous Bo in Inca. Ein weitläufiger Jahrmarkt, der Tausende anzieht. An den Ständen findet sich Essen, Werkzeug, Kleidung – fast alles, was man sich vorstellen kann. So ein Tag vergeht schneller, als man denkt.
Am 31. Dezember feiert Palma die Fiesta del Estandarte – eine der ältesten Festtraditionen Europas. Sie erinnert mit einer offiziellen Zeremonie und öffentlichen Lesungen historischer Texte an die Befreiung der Stadt im 13. Jahrhundert von den Mauren. Der Ton ist hier ein anderer: leiser, gewichtiger.
Warum so viele Feste?
Mallorcas lange Geschichte und starke Traditionen geben den Takt vor. Man feiert nicht zur Schau, sondern um sich als Teil von etwas Größerem zu fühlen. Ob Einheimische oder auf der Durchreise – am Rand bleibt hier niemand.
Diese Zusammenkünfte sind mehr als Unterhaltung. Sie knüpfen an Wurzeln an, bringen Nachbarn zusammen und tauschen den Sofatag gegen ein Treffen auf dem Platz.
Wer einen Ort sucht, an dem beinahe jeder Tag besonders wirken kann, wird auf Mallorca fündig. Und selbst aus der Ferne fühlt sich die Lektüre dieser Bräuche wie eine kleine Reise an.