09:28 22-11-2025
Donkey-Biere auf Santorin: Besuch bei der Santorini Brewing Company
Entdecke Santorins Donkey-Biere: unfiltriert, frisch und charakterstark. Geschichte der Santorini Brewing Company und Tipps für den Brauereibesuch vor Ort.
Für die meisten steht Santorin für Wein, weiß getünchte Häuser und spektakuläre Sonnenuntergänge. Kaum jemand weiß, dass hier auch eine der ungewöhnlichsten griechischen Biermarken zu Hause ist – erkennbar an der leuchtenden Flasche und dem störrischen Esel auf dem Etikett. Das ist kein Gag: Dahinter steckt eine echte Geschichte, ein spannendes Team, mutige Ideen – und ein Ergebnis, das man schmeckt.
Wer Bier auf die Weininsel brachte
Alles begann 2011, als vier Freunde – aus Serbien, Griechenland, den USA und dem Vereinigten Königreich – beschlossen, die erste Brauerei Santorins zu gründen. Sie tauften sie Santorini Brewing Company (SBC) und wählten dafür einen wenig touristischen Ort: das Dorf Mesa Gonia. Ihr Ziel: genau die Art Bier zu brauen, die es in Griechenland so bislang kaum gab – lebendig, frisch, charakterstark.
Was „lebendiges“ Bier bedeutet – und warum es launisch ist
Das Bier von SBC ist unfiltriert, unpasteurisiert und frei von Konservierungsstoffen. So bleibt der Geschmack unverfälscht, doch das Bier muss kalt gelagert werden. Es ist nicht dafür gedacht, monatelang im Regal zu stehen – es will frisch getrunken werden. In der Praxis macht das Herstellung und Vertrieb eine Spur anspruchsvoller.
Die Esel, die den Ton angeben
Hier läuft jedes Bier unter dem Namen Donkey. Das ist Markenzeichen und lokale Visitenkarte zugleich: Yellow Donkey, Red Donkey, Crazy Donkey, White Donkey. Es gibt auch seltenere Abfüllungen – etwa Slow Donkey oder Smart Ass, entstanden als Experimente.
Was drinsteckt – und wie Santorin hilft
Gebraut wird mit importierten Zutaten: Malz aus Österreich und Deutschland, Hopfen aus verschiedenen Ländern und entsalztem Wasser – natürliche Quellen gibt es auf Santorin nicht. Trotzdem fühlt sich das Ergebnis unverwechselbar insular an: leicht, frisch und ideal für die Hitze.
SBC will nicht die Welt erobern. Man findet das Bier zwar in den USA, Japan oder Australien, doch der Fokus bleibt Santorin. Dort wird es am meisten getrunken – in Bars, Cafés und direkt in der Brauerei.
Sake und Bier: unerwartete Verbündete
Ende 2024 besuchte der Leiter eines japanischen Sake-Unternehmens die Brauerei zum fachlichen Austausch. Gemeinsam entdeckten sie Berührungspunkte bei Fermentationsprozessen bei niedrigen Temperaturen. Diese Zusammenarbeit deutet an, dass SBC weit über Europa hinaus Anerkennung findet.
So besucht man die Brauerei – und was sich lohnt
Im Sommer empfängt die Brauerei Gäste. Man kann vorbeikommen, verschiedene Stile probieren, auf der Terrasse mit Aussicht sitzen und Souvenirs mitnehmen – von Flaschen bis zu T-Shirts mit Esel-Logo. Für Gruppen ab fünf Personen empfiehlt sich eine Reservierung.
Besucher berichten von freundlicher Atmosphäre und schmackhaften Kostproben. In der Hochsaison kann es eng werden, doch die meisten lässt das kaum stören.
Wie geht es weiter?
Heute ist SBC mehr als die erste Brauerei der Insel – sie ist Teil der Identität Santorins. Andere Brauereien entstehen, doch die „Donkeys“ geben weiterhin das Tempo vor. Und auch wenn die Insel für Wein steht, spricht sie inzwischen hörbar mit einer Bierstimme.