05:45 03-01-2026

First-Footing in Schottland: Ursprung, Bräuche und Tipps zum Hogmanay

Was steckt hinter Hogmanay und dem First-Footing in Schottland? Erfahre Ursprung, Gaben und wie die Tradition an Neujahr heute gelebt wird. Mit Glücksbräuchen.

By U.K. Prime Minister - https://twitter.com/10DowningStreet/status/1201551602152329221, OGL 3, Link

Wenn in Schottland das neue Jahr anbricht, geht es nicht nur um Feuerwerk und nächtliche Ausgelassenheit. Seit Generationen hält sich ein Brauch – das First-Footing –, nach dem die erste Person, die nach Mitternacht die Schwelle eines Hauses überschreitet, den Ton für das kommende Jahr angibt. Das wirkt weniger wie Aberglaube, mehr wie eine Einladung an Wärme und Glück, hereinzukommen.

Was bedeutet First-Footing

First-Footing ist Teil der schottischen Neujahrsfeierlichkeiten, die als Hogmanay bekannt sind. Es ist eine Zeit der Besuche, der guten Wünsche und gewachsenen Traditionen. Man glaubt, dass der oder die Erste, die im neuen Jahr ein Haus betritt, Glück – oder dessen Abwesenheit – mitbringt. Entsprechend viel Gewicht hat dieser Moment.

Wer kann der erste Gast sein

Dem Brauch nach sollte der erste Gast jemand sein, der vor Mitternacht nicht im Haus war. Also kein Familienmitglied, das einfach sitzen geblieben ist, sondern jemand, der von draußen kommt – oder zumindest vor dem Glockenschlag hinausging und erst danach zurückkehrt.

Als ideal gilt ein hochgewachsener, dunkelhaariger Mann, dem man Glück und Wohlstand zuschreibt. Frauen, Rothaarige und hellhaarige Männer galten traditionell als weniger günstige Wahl. Diese Vorstellung führt man womöglich auf die Zeit der Wikinger zurück, die man sich als hellhaarig und nicht immer freundlich vorstellte.

Was bringt man mit

Nach Mitternacht sollte der erste Besucher nicht mit leeren Händen erscheinen. Die Gaben stehen für das, was sich jedes Zuhause wünscht:

Zusammen ergeben sie einen schlichten Wunsch: Mögen unter diesem Dach stets Wärme, Essen, Geld und gute Laune zu Hause sein.

Warum es wichtig ist

Die Tradition soll den Jahresauftakt auf die richtige Spur setzen. Man vertraute darauf, dass ein willkommener Gast mit den passenden Zeichen das Glück für die kommenden Monate in Bewegung bringt, das Haus vor Unheil bewahrt und das Gute anzieht.

Wie es heute abläuft

Die Ansichten sind in Schottland unterschiedlich. Manche halten sich strikt an den Brauch, vor allem in Dörfern und kleineren Städten. Andere nehmen es leichter – weniger als Omen, mehr als fröhliches Ritual zum Jahreswechsel.

In manchen Familien wird der erste Besucher sogar im Voraus ausgewählt – jemand, der als passend für die Rolle gilt – und kommt mit Kohle, Brot und Whisky.

Wird die Tradition bestehen

Voraussichtlich bleibt sie Teil des schottischen Lebens, auch wenn sie sich wandelt. Das Interesse an Wurzeln und Ritualen wächst, und dieser sanfte Brauch bietet einen unkomplizierten Weg, das Jahr mit Herzlichkeit und einem Lächeln zu beginnen. Gegen eine Tradition, die Hoffnung in Gastfreundschaft verwandelt, lässt sich schwer etwas einwenden.

Wer also einmal in Schottland ins neue Jahr startet, sollte gewappnet sein: Vielleicht bittet jemand darum, als Erste oder Erster die Türschwelle zu überschreiten. Nur die Kohle, das Brot und – natürlich – ein wenig Whisky nicht vergessen.