01:17 03-01-2026
Harbins Eis- und Schneefestival: Geschichte, Highlights und praktische Tipps
Erlebe Harbins Eis- und Schneefestival: Geschichte der Eislaternen, Highlights in Zhaolin-Park und Ice and Snow World, dazu Tickets und Kleidungstipps.
Im Winter scheint sich die chinesische Stadt Harbin in etwas ganz anderes zu verwandeln – verzaubert und strahlend. Jahr für Jahr richtet sie das Ice Lantern Festival aus, Teil des größeren Harbin International Ice and Snow Festival. Besucherinnen und Besucher reisen aus aller Welt an, um Paläste, Skulpturen und Türme zu sehen, die aus Eis gehauen sind und nach Einbruch der Dunkelheit schimmern.
Hinter dem Glanz steckt eine vielschichtige Geschichte, ein paar weniger bekannte Details – und praktische Tipps für alle, die das Spektakel aus nächster Nähe erleben möchten.
Wie alles begann
Vor langer Zeit fertigten die Menschen in Harbin einfache Eislaternen: Blöcke aus Flusseis mit einer Kerze darin, die wie kleine Leuchtzeichen glommen. Die erste offizielle Ausstellung fand 1963 statt. 1985 war daraus ein ausgewachsenes Festival geworden, seit 2001 ist es international – eine der bekanntesten winterlichen Veranstaltungen weltweit. Der Weg von schlichten Laternen zu großer Eiskunst wirkt folgerichtig, wenn man sieht, wie die Tradition immer neue Ideen hervorbringt.
Wo es stattfindet – und was Sie erwartet
Das Festival entfaltet sich über mehrere große Bereiche, jeder mit eigenem Charakter:
Der Zhaolin-Park ist die Keimzelle der Veranstaltung. Hier findet die Ice Lantern Exhibition statt – Hunderte reich verzierter Figuren und beleuchteter Skulpturen. Mit Einbruch der Dämmerung wird die Stimmung besonders eindrücklich.
Ice and Snow World ist eine Eistadt im Großformat. Aus dem Flusseis wachsen Burgen, Brücken und aufragende Türme, in Farbe getaucht. Die Entwürfe wechseln jedes Jahr und werden aus Blöcken errichtet, die aus dem Songhua-Fluss geschnitten werden – das sorgt bei jeder Ausgabe für Vorfreude.
Die Sun Island bildet die Bühne für die Schneeskulpturen. Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt schaffen Arbeiten, die mit Präzision und Eleganz überzeugen – Werke, die einen automatisch langsamer werden lassen.
Wann man hinfährt
Offiziell eröffnet das Festival am 5. Januar. Wenn das Wetter mitspielt, sind einige Bereiche bereits ab Ende Dezember zugänglich. In der Regel läuft es bis Ende Februar – solange die tiefe Kälte anhält.
Der Winter in Harbin kann streng sein, mit Temperaturen bis zu −30 °C. Schichten sind Pflicht: eine wärmende Basisschicht, eine dicke Jacke, Fäustlinge, warme Stiefel und eine Mütze. Bequem wird es hier erst, wenn es warm bleibt.
Hinter den Kulissen des Aufbaus
Die Arbeit an dieser Stadt aus Eis beginnt bereits im November. Teams schneiden Blöcke aus dem Fluss, formen sie und setzen daraus monumentale Gebilde zusammen – jeder Block wiegt mehrere Hundert Kilogramm. Schon die Dimensionen wecken Respekt vor dem Handwerk.
Die Kunstschaffenden kommen nicht nur aus China, sondern auch aus anderen Ländern. Jedes Jahr gibt es einen Wettbewerb für Skulpturen, und vor Ort kann man den Teams bei der Arbeit zusehen – halb Werkstatt, halb Bühnenauftritt.
Praktisches für Reisende
Tickets werden für jeden Bereich separat verkauft: Zhaolin-Park, Ice and Snow World und Sun Island. Wer im Voraus online oder über seriöse Reiseagenturen bucht, spart sich Warteschlangen und vermeidet ausverkaufte Zeitfenster.
Die Anreise ist unkompliziert – per Flug zum Flughafen Harbin oder mit dem Hochgeschwindigkeitszug. Wer nahe der Central Street wohnt, kommt bequem zu allen Hauptorten.
Was es außerdem zu sehen und zu probieren gibt
Vor Ort gibt es mehr als nur Skulpturen:
- Schlitten- und Fahrten auf dem Eis,
- Eisrutschen,
- Shows und Darbietungen,
- lokale Küche – vor allem heiße, kräftige Gerichte, die in der Kälte genau richtig sind.
Warum sich der Besuch lohnt
Das Harbin-Festival ist mehr als eine Galerie schöner Formen. Es ist eine Feier, die aus einem Volksritual zu einem ausgewachsenen Winterspektakel gewachsen ist. Trotz seiner Größe spürt man eine überraschende Wärme – vielleicht, weil das Handwerk so sichtbar bleibt.
Wer im Winter etwas wirklich Außergewöhnliches erleben möchte, wird in Harbin nicht enttäuscht. Es ist nicht nur eine Schau, sondern eine Welt aus Eis, die dazu einlädt, noch einmal genauer hinzusehen.