17:20 31-12-2025
Shakpak-Ata: die unterirdische Felsmoschee in Mangistau, Kasachstan
Shakpak-Ata: unterirdische Felsmoschee bei Aktau in Mangistau, Kasachstan. Geschichte, Aufbau, Nekropole und Hinweise für einen stillen, respektvollen Besuch.
Im Westen Kasachstans, zwischen staubiger Steppe und den blassen Felsen von Mangistau, liegt ein Ort, von dem nur wenige gehört haben. Direkt in den Fels geschlagen verbirgt sich die uralte unterirdische Moschee Shakpak-Ata – kein Touristenziel und kein Museum, sondern die warme Stille des Gesteins, wo Jahrhunderte auf Glauben treffen.
Wo es liegt und warum es wichtig ist
Die nächstgelegene Stadt ist Aktau. Von dort führt die Straße zur Tyub-Karagan-Halbinsel. Zwischen kreidigen Hügeln befindet sich Shakpak-Ata – ein ungewöhnliches Bauwerk, das man Moschee nennt, obwohl es nicht das vertraute Gebäude mit Minarett ist, eher ein Heiligtum im Inneren der Felswand. Nach unterschiedlichen Quellen entstand es irgendwann zwischen dem 10. und 16. Jahrhundert; das genaue Datum ist unbekannt.
Die Moschee gehört zum Kulturerbe Kasachstans und steht unter staatlichem Schutz. Daneben liegt ein alter Friedhof – eine Nekropole –, in der Menschen aus verschiedenen Epochen und Gemeinschaften, die auf diesem Land lebten, ihre letzte Ruhe fanden.
Wie die unterirdische Moschee aufgebaut ist
Der Grundriss erinnert an ein Kreuz: eine zentrale Halle mit vier Seitenkammern. Licht fällt durch eine Öffnung in der Kuppel, weshalb es auch ohne Strom hell bleibt. Der Raum wirkt sorgfältig gedacht, obwohl er höchstwahrscheinlich ohne ausgeklügeltes Werkzeug von Hand aus dem Fels gehauen wurde.
An den Wänden haben sich alte Inschriften und Bilder erhalten – arabische, persische und türkische Schriften sowie Zeichnungen von Pferden, Reitern, Handabdrücken und ornamentalen Motiven. Diese Spuren hinterließen Menschen, die zum Beten kamen, Hilfe suchten oder einfach ein Zeichen setzen wollten.
Wer Shakpak-Ata war
Die Moschee trägt den Namen eines Mannes, über den kaum etwas bekannt ist: Shakpak-Ata. Der Überlieferung nach war er ein heiliger Mann oder Eremit, der im Fels lebte, Menschen half, Heilung spendete und Orientierung gab. Mit der Zeit wuchsen um ihn Legenden – manche sehen in ihm einen Sufi, andere einen Heiler –, während offizielle Quellen kaum mehr sagen.
Der Ort wurde heilig. Menschen kamen mit Gebeten und Bitten, im Vertrauen darauf, hier Heilung zu finden – für den Körper oder den Geist.
Der Friedhof nebenan
Gleich neben der Moschee liegt das alte Gräberfeld. Steinene Grabmale deuten an, wie die Menschen lebten, die durch diese Steppe zogen. Schriftstile und Grabformen zeigen, wie sich hier Kulturen kreuzten – das verleiht dem Gelände eine leise Haltung des Gedenkens und der Achtung.
Was diesen Ort anders macht
In Kasachstan gibt es kaum andere Moscheen dieser Art. Es ist nicht nur ein Denkmal – der Ort bleibt lebendig. Keine Menschenmengen, keine grellen Schilder, keine Souvenirstände. Nur Wind, Stein und Stille. Und diese Stille scheint die Tiefe dieses Ortes zu tragen.
Warum man von ihm wissen sollte
Orte wie dieser erinnern daran, dass das Wesentliche nicht immer auf den ersten Blick liegt. Manchmal steckt die eigentliche Geschichte nicht auf einer Postkarte, sondern draußen in der staubigen Steppe, im Inneren einer Klippe, fernab von Internet und Mobilfunk.
Shakpak-Ata ist Stein, in dem Stille eingeschrieben ist. Und vielleicht sagt diese Stille mehr als jedes Wort.