05:39 24-12-2025
Das riskante Handwerk der Salanganen-Nester auf den Phi-Phi-Inseln
Auf den Phi-Phi-Inseln sammeln Einheimische essbare Salanganen-Nester – ein riskantes Handwerk. Erfahre, warum sie begehrt sind und wie Suppe entsteht.
Im Herzen der Andamanensee, auf den Phi-Phi-Inseln, gehen Einheimische einem der riskantesten und ungewöhnlichsten Gewerbe der Region nach: Sie sammeln essbare Vogelnester. Für viele ist es Broterwerb und zugleich gelebte Kultur – genährt von einer stabilen Nachfrage in der internationalen Küche.
Warum sind diese Nester so begehrt?
Die Nester stammen von Salanganen – kleinen Seevögeln, die weder Zweige noch Blätter verwenden, sondern ihre Behausungen ausschließlich aus verhärtetem Speichel formen. Dieses natürliche Material ist eiweißreich, und seine Eigenschaften werden in der asiatischen Medizin seit Jahrhunderten geschätzt. In China bildet es die Basis einer berühmten Suppe, die als Delikatesse gilt und als Mittel für Jugendlichkeit angesehen wird.
Der Kilopreis kann auf dem Weltmarkt auf mehrere tausend Dollar steigen; kein Wunder, dass die Ernte in Thailand zu einem seit Jahrhunderten betriebenen Geschäft geworden ist.
Wie funktioniert die Ernte?
Die Arbeit ist tatsächlich gefährlich. Die Nester haften an hohen Höhlendomen und schmalen Felsbändern, die ohne spezielle Ausrüstung unerreichbar sind. Mit Seilleitern und Bambusstangen klettern lokale Sammler in Dutzende Meter Höhe. Ein einziger Fehltritt kann tödlich enden. Auf dem Phi-Phi-Archipel wird dieses Handwerk seit Jahrhunderten ausgeübt.
Aber eine ungeregelte Entnahme kann die Salanganenbestände gefährden. Um Übernutzung zu vermeiden, ist in manchen Gebieten festgelegt, wie oft Nester gesammelt werden dürfen. Das Gleichgewicht zwischen Tradition und Schutz bleibt fragil – die Verlockung des Gewerbes ist offensichtlich, ebenso die Risiken.
Vogelnest-Suppe
Eines der bekanntesten Gerichte aus diesen Nestern ist eine Suppe, besonders beliebt in China, Hongkong und Singapur. Die Nester werden eingeweicht, sorgfältig gespült und dann in Hühnerbrühe oder schlicht in Wasser gekocht, gelegentlich mit Zucker oder Ingwer. Viele sind überzeugt, die Suppe stärke das Immunsystem, verbessere die Haut und fördere ein langes Leben. Wissenschaftliche Studien bestätigen diese Wirkungen nicht eindeutig; vieles bleibt eine Frage von Tradition und Vertrauen in natürliche Lebensmittel.