13:30 19-12-2025
Pitsundas FKK-Strand: Geschichte, Lage und Atmosphäre
Entdecke den inoffiziellen FKK-Strand von Pitsunda in Abchasien: seine sowjetische Geschichte, Lage hinter dem OPK-Zaun und die heutige Atmosphäre. Unaufgeregt.
Pitsunda ist ein Badeort an der Küste Abchasiens. Der Ort lockt mit Kiefern, warmem Meer und stillen Stränden. Und er hat ein ungewöhnliches Kapitel in seiner Vergangenheit: In der Sowjetzeit etablierte sich hier ein FKK-Strand. Offiziell war er nie, doch viele wussten von ihm, und über Jahrzehnte zog er Menschen an, die ihren Urlaub lieber ohne Kleidung verbrachten.
Wie der Strand entstand
Die Geschichte begann in den 1970er- und 1980er-Jahren, als Pitsunda ein bevorzugter Kurort für Künstler, die Intelligenzija und ausländische Gäste war, besonders aus der DDR. Dort waren Sonnenbaden und Schwimmen ohne Kleidung üblich, und die europäischen Besucher brachten diese Gewohnheit mit. Sowjetische Urlauber staunten zunächst, schlossen sich dann nach und nach an.
Der Strand lag hinter dem Zaun des Erholungsareals OPK Pitsunda, etwas abseits der offiziellen Abschnitte. Abgelegen und ohne Schild war er leicht zu übersehen – es sei denn, man wusste, wo man suchen musste. Badebekleidung blieb dort die Ausnahme.
Wer dorthin kam
Es kam ein buntes Publikum: Feriengäste aus der ganzen UdSSR, Ausländer sowie Personen aus kreativen Kreisen. Es war einer der wenigen Orte, an denen man sich frei fühlen konnte – wenn auch nur am Meeresrand. Die Stimmung war gelassen, ohne Aufhebens und ohne starre Verbote.
Die Behörden schienen um den Strand zu wissen, beeilten sich aber nicht, ihn zu schließen – vielleicht, weil er abseits lag und niemanden störte, oder weil dort angesehene Leute Zeit verbrachten und man die Sache besser laufen ließ.
Wie der Strand heute ist
Den Ort gibt es noch immer, auch wenn er bis heute nicht offiziell ist. Auf Online-Karten taucht er unter dem Namen „Nudist Beach“ auf. Umkleiden oder Cafés gibt es nicht – nur Meer, Steine und Kiefern. Besucher sind rar, und die Atmosphäre fühlt sich beinahe an wie früher. Gerade diese Unaufgeregtheit macht seinen Reiz aus.
Die Einheimischen nehmen es gelassen. Keine Welle, keine Sensation – einfach ein wilder Strand wie viele andere. Und doch trägt er seine eigene Geschichte; für Eingeweihte bleibt er ein besonderer Ort.
Gab es ähnliche Orte?
Ähnliche Ecken gab es auch anderswo in der Sowjetunion. Am bekanntesten waren Strände auf der Krim, etwa in Koktebel. Pitsundas Abschnitt hob sich durch seine Abgeschiedenheit und die Schönheit der Umgebung ab. Er zog keine zufälligen Spaziergänger an, sondern Menschen, die genau wussten, weshalb sie kamen.
Insgesamt galt Nudismus in der UdSSR als unerwünscht, direkte Verbote gab es jedoch nicht. Geschah alles still und ohne Aufsehen, sahen die Behörden in der Regel darüber hinweg.