13:48 17-12-2025
Die Affenstation von Suchumi: Raumfahrt, Forschung und Führungen
Entdecke die Affenstation von Suchumi: Hier wurden Affen für Raumflüge trainiert, Impfstoffe erforscht und heute sind Führungen möglich. Geschichte, Forschung.
Wenn von Tieren im All die Rede ist, fallen meist zuerst die Namen der Hunde Belka und Strelka. Dabei bleibt oft unbeachtet, welchen Anteil auch Affen hatten. Ihre Ausbildungsstätte lag nicht irgendwo, sondern in Suchumi – in einer einzigartigen Primatenstation, die bis heute arbeitet.
Wie alles begann
1927 entstand unweit von Suchumi ein besonderes Forschungszentrum: die Affenstation von Suchumi. Der Standort war kein Zufall – mildes Klima und grüne Hügel boten Primaten ideale Bedingungen. Zu Beginn widmeten sich die Forscher Krankheiten, um besser zu verstehen, wie sie den Menschen betreffen.
Mit der Zeit erarbeitete sich die Station einen Ruf, der weit über Abchasien hinausreichte. Wichtige Experimente untersuchten, wie das Immunsystem funktioniert, wie Tumoren entstehen und wie Medikamente wirken. Später nahm das Team auch die Vorbereitung auf Raumflüge in Angriff – ein Schritt, der in der Logik der bisherigen Arbeit lag.
Affen-Kosmonauten
Als das sowjetische Raumfahrtprogramm Fahrt aufnahm, begann die Einrichtung in Suchumi, Affen für Flüge zu trainieren. Es ging nicht um Schauwerte, sondern um strenge wissenschaftliche Versuche. Die Forscher wollten verstehen, wie Schwerelosigkeit die Gesundheit beeinflusst.
Der erste in Suchumi trainierte Affe startete 1983 an Bord eines speziellen Satelliten, der Herz, Gehirn und andere Organe überwachte. Die gewonnenen Erkenntnisse trugen später dazu bei, bemannte Missionen sicherer zu machen – ein nüchternes Ergebnis mit großer Wirkung.
Was die Station sonst leistete
Die Arbeit in Suchumi reichte weit über den Weltraum hinaus. Die Forscher entwickelten Impfstoffe gegen gefährliche Krankheiten, darunter Polio und Masern. Die Station wurde zu einem wichtigen Ort, an dem neue Medikamente daraufhin geprüft wurden, ob sie tatsächlich greifen.
In den Sowjetjahren lebten zeitweise bis zu tausend Affen gleichzeitig in der Einrichtung. Wissenschaftler aus verschiedenen Städten kamen, sammelten Erfahrung und arbeiteten mit anderen großen Laboren zusammen. Schon der Umfang lässt erkennen, welche zentrale Rolle die Station inzwischen spielte.
Die Station heute
Nach dem Zerfall der Sowjetunion und den turbulenten Ereignissen in Abchasien ging die Aktivität stark zurück – geschlossen wurde die Station jedoch nie. Heute arbeitet sie wieder regulär und setzt die Forschung zu Viren und Immunität fort. Besucher können außerdem an Führungen teilnehmen und die Tiere aus nächster Nähe sehen.
Die Station ist inzwischen Teil des lokalen Alltags geworden: Man kommt nicht nur wegen der Wissenschaft, sondern auch, um den Affen zu begegnen und den Erzählungen des Teams zu lauschen. Es ist ein Ort, der Forschung und Neugier mühelos miteinander verbindet – und damit zeigt, wie nah Wissenschaft am Leben sein kann.