17:45 16-12-2025
Promenade von Gagra: Geschichte und Charme der Palmenallee
Entdecke Gagras legendäre Palmenallee am Schwarzen Meer: Geschichte vom Prinzen von Oldenburg, kühles Mikroklima, Spazierweg zwischen Gagripsh und Kolonnade.
Wer in Gagra ankommt, bemerkt schnell ein markantes Detail: eine lange Promenade, gesäumt von stattlichen Palmen auf beiden Seiten. Sie zieht sich fast zwei Kilometer am Wasser entlang und gilt als die längste palmengesäumte Allee an der gesamten Schwarzmeerküste. Das ist weit mehr als eine schöne Strecke zum Flanieren – sie prägt das Bild der Stadt und ist eng mit ihrer Geschichte verwoben.
Wie alles begann
Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte der Prinz von Oldenburg, ein entfernter Verwandter der kaiserlichen Familie, den Plan, Gagra in ein mondänes Seebad zu verwandeln. Sein Ziel: ein Ort, der Wohlhabende und Adelige anzieht, ganz im Stil europäischer Kurorte. Ein Park entstand, das Restaurant Gagripsh öffnete, exotische Pflanzen wurden eingeführt – und die Palmenallee wurde gepflanzt. Sie wurde zum Sinnbild einer neuen, eleganten, zukunftsgewandten Stadt.
Ein Stück Süden, das lebt
Heute ist die Allee kein nostalgisches Relikt, sondern Gagras grüner Schatz. Verschiedene Palmenarten aus warmen Ländern haben hier dank des milden Klimas Wurzeln geschlagen: viel Sonne, sanfte Winter und häufige Regenfälle schaffen beste Voraussetzungen.
Die Palmen können mehr, als nur das Auge zu erfreuen. Forscher verweisen darauf, dass sie an heißen Tagen für Kühlung sorgen und die Luft sauberer machen. Unter ihren Kronen atmet es sich spürbar leichter – und es ist um ein paar Grad angenehmer – als in anderen Teilen der Stadt.
Ein Spaziergang durch die Zeit
Die Allee verbindet Gagras markante Orte wie an einer Schnur. Am einen Ende steht das historische Restaurant Gagripsh, aus Holz gebaut, ohne einen einzigen Nagel. Am anderen die Kolonnade, die häufig Postkarten ziert. Ein ruhiger Gang hier fühlt sich an wie ein Blättern durch die Stadtgeschichte – Schritt für Schritt, unter Bäumen, die viel gesehen haben.
Und heute?
Die Allee verzaubert Einwohner wie Besucher. Man kommt zum Schlendern, Fotografieren, Treffen. Doch die Palmen, lebendig wie sie sind, brauchen Pflege: Einige sind geschwächt, andere in die Jahre gekommen. Die Stadt kümmert sich, auch wenn es noch kein umfassendes Programm zur Erneuerung der gesamten Allee gibt. Trotzdem bleibt sie vital und bedeutend. Nicht nur ein grüner Korridor, sondern ein Symbol Gagras – seiner Schönheit und seiner Geschichte.
In Gagras Palmenallee haben Natur und Historie einen gemeinsamen Boden gefunden. Selbst wenn die nächste Reise in den Süden noch nicht feststeht, lohnt es sich, diesen Ort zu kennen. Still zeigt er, wie viel sich mit Sorgfalt schaffen lässt – und wie lange es Bestand haben kann.