05:44 15-12-2025

Duty-free richtig nutzen: Was du wirklich einführen darfst

Was ist im Duty-free erlaubt? Regeln, Zollfreimengen und Limits für Alkohol, Zigaretten und Parfüm plus Tipps bei Umstiegen – für eine stressfreie Einreise.

By Philip Mallis - https://www.flickr.com/photos/philipmallis/53239422692/, CC BY-SA 2.0, Link

An den Duty‑free‑Shops am Flughafen kommt man schwer vorbei: grelle Auslagen, kleinere Preisschilder, keine lokalen Steuern – doch es gibt einen Haken. Viele Reisende glauben, dass mit dem Duty‑free‑Label alles überall durchgeht. In Wirklichkeit gibt es Grenzen, die man besser vorher kennt – sonst wird der Grenzübertritt aus dem Spontankauf schnell eine peinliche, mitunter teure Lehrstunde.

So funktioniert Duty‑free wirklich

Duty‑free‑Läden verkaufen Waren ohne lokale Abgaben und sitzen in der Regel in internationalen Abflug- und Ankunftsbereichen. Das heißt jedoch nicht, dass jede Ware unbeanstandet jede Grenze passiert. Jedes Land setzt eigene Freimengen – und die unterscheiden sich teils erheblich. Der Eindruck völliger Freiheit täuscht.

Alkohol und Zigaretten: Was wirklich erlaubt ist

Gerade die beliebtesten Duty‑free‑Käufe sind schnell falsch eingeschätzt. Die USA erlauben beispielsweise höchstens 1 Liter Alkohol und 200 Zigaretten (oder 100 Zigarren). Wer weniger als 48 Stunden im Ausland war oder sehr häufig reist, hat nur 150 ml Alkohol frei sowie Parfüms im Gesamtwert von höchstens 200 US‑Dollar.

Das Vereinigte Königreich gestattet die Einfuhr von 4 Litern Spirituosen, 9 Litern Wein und 200 Zigaretten. Alles darüber ist tabu.

Russland lässt bis zu 5 Liter Alkohol und 200 Zigaretten zu. Mengen darüber müssen deklariert werden; teils fällt Abgabe an oder der Überschuss bleibt beim Zoll.

Kosmetik und Parfüm sind nicht automatisch unproblematisch

Parfüm wirkt harmlos, dennoch gibt es Feinheiten. In europäischen Ländern dürfen bei Flugreisen im Ausland gekaufte Waren den Wert von 430 Euro nicht überschreiten. Für Kinder unter 15 gilt eine Grenze von 150 Euro.

In den USA gilt innerhalb der Gesamtsfreigrenze (800 US‑Dollar): Es dürfen höchstens 150 ml Parfüm eingeführt werden.

Und wenn ein Parfüm oder eine Lotion einen hohen Alkoholanteil hat, behandeln manche Länder diese Produkte wie Alkohol.

Vorsicht bei Umstiegen

Das ist eine klassische Falle. Man kauft eine Flasche im Duty‑free und steigt in einem anderen Land um. Bei der nächsten Sicherheitskontrolle kann der Einkauf einkassiert werden, wenn er nicht korrekt verpackt ist.

Worauf es ankommt: Flüssigkeiten aus dem Duty‑free müssen in einer transparenten Tüte mit rotem Streifen versiegelt sein (stellt der Laden bereit). Die Tüte bis zum Ende der Reise nicht öffnen. Selbst mit unversehrter Verpackung wird kontrolliert – besonders in EU‑Staaten. Klingt kleinlich, spart aber Diskussionen am Band.

So bleibt es entspannt

— Informiere dich über die Regeln deines Ziellandes. Die Zollseite oder deine Airline sind ein guter Startpunkt.

— Quittung und Originalverpackung aufbewahren. So lässt sich belegen, dass der Artikel im Duty‑free gekauft wurde.

— Versiegelte Tüten bei Umstiegen nicht öffnen. Das ist entscheidend, vor allem bei Flügen über Europa oder die USA.

— Nicht übertreiben. Der Versuch, „unbemerkt durchzurutschen“, lohnt selten.

Duty‑free‑Shopping kann praktisch und oft kostengünstig sein. Doch steuerfrei bedeutet nicht sorgenfrei. Ein kurzer Blick auf die Regeln spart Geld, Nerven und im Zweifel auch den liebgewonnenen Einkauf.