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Neujahr in Japan: Bräuche, Winterziele, Visa-Timing und Reiserouten
Planen Sie Neujahr in Japan? Hier finden Sie Saison- und Brauchtumsinfos, Visa-Fristen, Transitrouten, Winterziele und aktuelle Preise für Touren 2024/25.
Neujahr in Japan ist eine besondere Mischung aus uralten Ritualen, moderner Alltagskultur und behaglicher Winterstimmung. In einem Land, in dem Feiertage mehrere Bedeutungsschichten tragen, wird der Jahreswechsel zum Ereignis mit eigenem Klang. Anziehend wirken beleuchtete Straßen, Besuche in Tempeln und Schreinen, überlieferte Zeremonien und saisonale Küche.
Vor der Abreise lohnt es sich, die praktischen Punkte zu sortieren: Wie lange dauert ein japanisches Visum, und was kosten Reisen um diese Zeit? Dieser Beitrag bündelt die wichtigsten Details, damit die Auszeit im Land der aufgehenden Sonne so reibungslos verläuft, wie sie in Erinnerung bleibt.
Saison
Japan heißt Reisende das ganze Jahr über willkommen, doch als ideal gilt meist März bis Mai. Das Wetter ist angenehm – weder sengend noch frostig – und die Chancen auf Störungen sind gering. Das Besondere dieser Zeit ist die Blüte: Ab März zieht die berühmte Kirschblüte langsam von Süd nach Nord. Hanami, das Betrachten der blühenden Bäume, hat in Japan einen festen Platz und steht sinnbildlich für den Frühling.
Der Winter bringt eine eigene Pointe: Innerhalb weniger Stunden lassen sich Hokkaidōs Schneelandschaften gegen warme Strände im Süden tauschen – eine seltene Gelegenheit, Ski und Schnorchel in einem Urlaub zu verbinden.
Der Jahreswechsel selbst steht für Ruhe, Besinnung und Aufbruch. Anders als vielerorts im Westen verbringen die meisten Menschen diese Tage in der Familie, besuchen Schreine und pflegen Bräuche wie omisoka (reinigendes Jahresendritual) und hatsumōde (der erste Schreinbesuch des Jahres). Städte schmücken sich mit Illuminationen und traditionellen Arrangements wie kadomatsu (Bambus und Kiefer) sowie shimenawa (Strohseile). Der ruhigere Rhythmus überrascht Erstbesucher oft positiv – und fühlt sich schnell stimmig an.
Auf den Festtafeln stehen osechi-ryōri – kunstvoll zusammengestellte Speisen in lackierten Boxen – und toshikoshi soba, deren lange Nudeln ein langes Leben symbolisieren. Jede Komponente trägt ihre eigene Bedeutung.
Zur Wintersaison passen zudem heiße Quellen (Onsen), Ski- und Snowboardgebiete in den Japanischen Alpen und leuchtende Festivals, darunter das Sapporo Snow Festival.
Wann den Visa-Antrag stellen
Das wachsende Interesse an Japan-Reisen hat die Warteschlangen vor dem japanischen Konsulat in Moskau verlängert. Reiseveranstalter führen das auf den spürbaren Zuwachs einzelner Antragsteller zurück.
Visaanträge werden traditionell im Walk-in-Verfahren angenommen – steigende Nachfrage sorgt daher für mehr Andrang. Wer über Veranstalter bucht, spürt das kaum: Agenturen reichen die Unterlagen ihrer Kundinnen und Kunden gebündelt ein. Derzeit priorisiert das Konsulat Abreisen mit nahen Terminen; im Schnitt liegt die Wartezeit bei etwa zehn Tagen.
Angesichts der Lage raten Unternehmen, frühzeitig zu buchen und das Visum mindestens zwei bis vier Wochen vor Reisebeginn zu beantragen. Ist der Antrag vollständig und korrekt, dauert die Bearbeitung fünf Werktage.
An den Regeln selbst hat sich nichts geändert, und laut Anbietern gibt es bei finanziellen Nachweisen der Kundschaft keine Schwierigkeiten. Entscheidend sind Sorgfalt und eine saubere Zusammenstellung. Wenn Zweifel am Reisezweck oder an den finanziellen Mitteln aufkommen, ist eine Ablehnung möglich.
Anträge sind sowohl mit Reisepässen älteren Typs (fünf Jahre Gültigkeit) als auch mit biometrischen Zehnjahrespässen möglich. Eine zuvor kurzzeitige Aussetzung für ältere Pässe ist aufgehoben. Wichtig ist, dass der Pass noch mindestens drei Monate über die Reise hinaus gültig ist.
Beliebte Ziele für Winterreisen in Japan
Japan gilt nicht sofort als Badeziel, doch seine Küsten – besonders im subtropischen Süden – verdienen Aufmerksamkeit. Okinawa bietet einige der fotogensten Strände. Auf Ishigaki zählen Fusaki, Sukuji und Yonehara zu den beliebten Optionen.
Die Strände von Taketomi und Iriomote glänzen nicht nur mit warmem Wasser und hübscher Kulisse, sondern auch mit sternförmigen Sandkörnern zwischen den üblichen – eine kleine Laune der Natur.
Tokio verbindet Gegenwart und Tradition. Über die Feiertage leuchtet die Stadt mit groß angelegten Lichtinstallationen, Einkaufszentren locken mit saisonalen Sales.
Für das hatsumōde steuern viele den Meiji-jingū an, den ersten Schreinbesuch des Jahres. Ein festliches Dinner mit Stadtblick und Spaziergänge durch belebte Viertel wie Shibuya und Ginza runden den Abend ab.
Kyōto gilt als kulturelles Herz des Landes, wo Neujahrsbräuche besonders greifbar sind. Kiyomizudera und Fushimi Inari bieten eindrucksvolle Kulissen für die saisonalen Rituale, während die alten Gassen von Gion eine nachdenkliche Stimmung setzen. Eine traditionelle Teezeremonie setzt einen ruhigen Akzent.
Ōsaka ist berühmt für seine Esskultur und seine fröhliche Feiertagsatmosphäre. Die Illuminationen rund um Umeda ziehen viele an, saisonale Märkte servieren Favoriten wie Takoyaki und Okonomiyaki. Die Burg von Ōsaka liefert eine prächtige Kulisse.
Hokkaidō ist im Winter ein schneebedecktes Wunderland mit Onsen und Skigebieten. Niseko ist ein Favorit für Ski und Snowboard. Onsen mit Blick auf weiße Landschaften und Schneefestivals fügen sich problemlos ins Programm.
Okinawa passt jenen, die Kälte gegen Wärme tauschen. Selbst im Winter sind Strand, Schnorcheln, ein Besuch im Churaumi Aquarium – einem der größten der Welt – und die regionale Küche eine gute Wahl.
Nikkō, nicht weit von Tokio, ist für UNESCO-gelistete Schreine bekannt. Der Toshogu-Schrein setzt einen würdevollen Ton, und die umliegenden Wasserfälle und Berge wirken im Winter besonders eindrucksvoll.
Nara öffnet das Tor in ein Japan vergangener Zeiten. Der Todaiji-Tempel mit seiner imposanten Buddha-Statue ist der Mittelpunkt, frei umherlaufende Hirsche im Nara-Park bleiben als Begegnung im Gedächtnis.
Hakone ist ein klassischer Onsen-Ort mit Blick auf den Fuji. Heiße Quellen mit Fuji-Panorama, das Okada-Museum für Kunst und eine Ausflugsfahrt auf dem Ashi-See ergeben ein entspanntes Feiertagsprogramm.
Jedes dieser Ziele zeigt eine eigene Facette der japanischen Kultur zur Neujahrszeit.
Anreise
Direktflüge zwischen Russland und Japan sind noch nicht zurück, doch die Anreise gelingt mit Umstiegen über Länder, die Flugverbindungen mit Russland unterhalten.
Routenoptionen
Über die Vereinigten Arabischen Emirate: Auf der Strecke Moskau—Dubai—Tokio operieren Emirates und Japan Airlines. Japan Airlines betreibt seit dem 1. April 2024 Direktflüge Doha–Tokio, was sich für Reisende aus Russland als praktisch erweisen kann.
Über die Türkei: Turkish Airlines fliegt die Verbindung Moskau—Istanbul—Tokio. Die Türkei ist ein beliebter Asien-Transitpunkt.
Über China: Air China und China Eastern Airlines bedienen die Route Moskau—Peking—Tokio. Dabei sollten die aktuellen Transitregeln für China eingeplant werden.
Prüfen Sie im Voraus, ob für Transitländer Visa nötig sind. Da sich Flugpläne ändern können, empfiehlt es sich, Mitteilungen von Airlines und Konsulaten im Blick zu behalten und frühzeitig zu planen, um bequeme und wirtschaftliche Tarife zu sichern.
Auch ohne Direktflüge bleibt die Reise von Russland nach Japan im Winter 2024 und Anfang 2025 mit durchdachter Routenwahl gut machbar.
Was kostet der Jahreswechsel in Japan
Russische Reisende zeigen großes Interesse an Neujahrstrips nach Japan. PAC Group bietet die Tour „Winter Japan. Mini-Gruppe 1“ mit Abreise am 17. Dezember an. Enthalten sind Flug, 3-Sterne-Hotels, Transfers, sechs Ausflüge, Verpflegung (sieben Frühstücke und sechs Mittagessen), Visumservice und Krankenversicherung. Preise ab 329.900 Rubel pro Person. Zudem gibt es „Neujahr in Tokio“ (acht Tage, Tokio und Nikkō, Abreise am 29. Dezember) ab 476.000 Rubel für zwei, exklusive Flug.
Russian Express verkauft die geführte Tour „Von Ost nach West“ für zehn Tage ab 175.000 Rubel pro Person, ohne Flüge. Vertreter des Unternehmens verweisen darauf, dass chinesische Airlines derzeit die günstigsten Tarife nach Japan bieten, mit Umstieg in Peking oder Shanghai.
Space Travel arrangiert Neujahrspakete ab Moskau mit Umstieg in Peking. Eine Woche für zwei startet bei 340.000 Rubel.
BSI Group bietet eine 12-tägige Reise mit acht Ausflügen und garantierten Flügen. Preise ab 880.000 Rubel für zwei.
Die Preise im Dezember 2024 variieren je nach Reisedauer, Komfort, eingeschlossenen Leistungen und gewähltem Anbieter.
Reiseveranstalter haben bereits Buchungen für die Kirschblütensaison 2025 geöffnet. PAC Group führt die Frühjahrstour „Klassisches Japan“ für sieben Nächte ab 358.600 Rubel für zwei, ohne Flug.
Neujahr in Japan ist die Chance, in eine Welt einzutauchen, in der Tradition und modernes Tempo nebeneinander existieren – vom Schreinbesuch und hatsumōde bis zu spektakulären Lichtershows der Städte. Es ist eine Zeit zum Neujustieren, zum Innehalten und für eine unverwechselbare Atmosphäre.
Wer plant, sollte die Visa-Fristen einrechnen, Touren früh buchen und eine Route wählen, die Japans Vielfalt ausspielt. Ob verschneite Hänge in Hokkaidō, die Tempel Kyōtos oder Tokios Neonpassagen – das Jahr hier zu beginnen hinterlässt starke Eindrücke und das Gefühl, dass sich jeder Schritt gelohnt hat.