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Die 10 eindrucksvollsten Straßen der Welt für Roadtrips

Entdecke die 10 eindrucksvollsten Straßen der Welt: Great Ocean Road, Atlantic Road und Transfăgărășan. Tipps und Inspiration für deinen nächsten Roadtrip.

© Dmitry Mihalchenko

Roadtrips sind mehr als eine Fahrt von A nach B — sie sind eine Einladung, die Schönheit und Vielfalt der Welt im eigenen Tempo aufzunehmen. Wenn die Strecke selbst zur Attraktion wird, verwandelt sich jeder Kilometer in ein kleines Fest: weite Ausblicke, rohe Landschaften und Spuren von Kultur, die sich am Wegesrand überlagern. Auf solchen Fahrten fühlt man sich Teil des Panoramas — endlose Ozeane, karge Wüsten, Gebirgsketten und wilde Wälder arrangieren Kulissen wie maßgeschneidert.

Hier folgt eine virtuelle Reise über zehn der eindrucksvollsten Straßen der Welt. Jede hat ihre eigene Geschichte und Stimmung, einen Sog, der Abenteurer anzieht und selbst Vielgereiste noch überrascht. Von alpinen Kehren bis zu Australiens langen Küstenpassagen — eine Anregung, die Sehnsucht zu füttern und vielleicht die nächste unvergessliche Tour zu skizzieren.

Great Ocean Road, Australien

Australiens Great Ocean Road ist ein 243 Kilometer langer Küstenklassiker, der Victorias Uferlinie von Torquay bis Allansford begleitet. Errichtet in den 1930er-Jahren als Denkmal für die Soldaten des Ersten Weltkriegs, führt sie entlang der wilden Southern Ocean, an schroffen Klippen, sandigen Buchten und Taschen aus tiefem Wald vorbei.

Die Landschaften wechseln unablässig, mit dem berühmten Höhepunkt an den Twelve Apostles — Kalksteinsäulen, die aus dem Wasser ragen, von Jahrhunderten der Erosion geformt. Bei Sonnenuntergang glühen sie in Gold- und Bernsteintönen — man bleibt wie von selbst länger stehen.

Die Route streift zudem Nationalparks wie Port Campbell und die Otway-Wälder, wo mächtige Bäume und elegante Wasserfälle ein leiseres Tempo vorgeben. Küstenstädtchen laden zu unaufgeregten Pausen ein — frischer Fisch, ein Spaziergang am windigen Strand — genau diese schlichten Momente geben der Fahrt ihren Reiz.

Kilometer für Kilometer wirkt die Strecke weniger wie Infrastruktur als wie eine lebendige Galerie. Kein Wunder, dass die Great Ocean Road als nationales Schatzstück gilt: eine Route, auf der das Meer und die Unbändigkeit der Natur für sich sprechen.

Atlantic Road, Norwegen

Norwegens Atlantic Road ist ein kompaktes Wunder — ein 8 Kilometer langes Band in Møre og Romsdal, das über Schären und kleine Inseln eine Kette aus Brücken legt. Die heimliche Hauptrolle spielt Storseisundet, ein eleganter Bogen, der beim Anstieg zu schweben scheint.

Das ist nicht bloß eine Verbindung, sondern eine Fahrt mit Charakter. Bei klarem Wetter reichen die Blicke weit über die Norwegische See; bei Sturm peitschen Wellen gegen Felsen und Brückenpfeiler — die Szenerie wird dramatisch, fast theatralisch. Genau diese Urkraft lockt Reisende an — und manchmal gleiten Wale oder Seehunde durch die geschützten Gewässer.

Gut platzierte Aussichtspunkte laden zu Atempausen mit Meeresluft ein. Entlang der Strecke servieren Fischerdörfer regionale Meeresküche vor atlantischer Kulisse — eine schlichte Freude, die hier vollkommen stimmig wirkt.

Selten greifen Gestaltung und rohe Natur so nahtlos ineinander. Die Atlantic Road hinterlässt das seltene Gefühl, durch eine Landschaft gefahren zu sein, nicht bloß an ihr vorbei.

Transfăgărășan, Rumänien

Der rumänische Transfăgărășan schneidet in einer Schau aus Kurven und Höhenmetern durch die Karpaten. In den 1970er-Jahren auf Anordnung des damaligen Staatschefs Nicolae Ceaușescu als strategische Militärstraße gebaut, verbindet die rund 90 Kilometer lange Route die Walachei und Transsilvanien und steigt auf über 2.000 Meter.

Hier regiert alpines Drama: steile Flanken, neblige Schluchten, tiefe Täler. Nahe dem höchsten Punkt liegt der Bâlea-See, ein glazialer Spiegel auf 2.034 Metern, in dem stille Wasser und kantige Gipfel sich gegenseitig die Schau stehlen.

Zum Reiz gehört das Fahren selbst — Tunnels, Brücken und enge Spitzkehren machen die Strecke zur Lieblingslinie für Auto- und Motorradfans. Historische Stopps wie die Poenari-Festung, einst mit Vlad Țepeș verbunden, liegen ebenfalls am Weg.

Nur im Sommer geöffnet, weil Lawinen drohen, belohnt der Transfăgărășan die Saison mit Tempo, Szenerie und Geschichte — eine Fahrt, die lange nachhallt.

Milford Road, Neuseeland

Die Milford Road zeigt Neuseeland in voller Intensität: 120 Kilometer durch den Fiordland-Nationalpark von Te Anau bis zum Milford Sound. Wälder, spiegelglatte Seen, rauschende Flüsse und nebelumwobene Gipfel schaffen eine Stimmung, die anderswo schwer zu finden ist.

Die Route erklimmt Pässe, zieht durch Schluchten und bohrt sich dann mit dem Homer-Tunnel direkt durch den Fels. Wasserfälle gehören zur Inszenierung — Bowen Falls etwa werden nach Regen zum Spektakel — und Aussichtspunkte sorgen dafür, dass der Blick immer wieder hängenbleibt.

Es gibt auch leise Momente: Orte wie die Mirror Lakes, in denen das Wasser die Berge so klar spiegelt, dass es inszeniert wirkt. Frühmorgens und nach Regen gewinnt alles eine zusätzliche Dramatik, die dieser Landschaft gut steht.

Die Annäherung an den Milford Sound ist weniger Straße als langsames Eintauchen in die Wildnis — hinter jeder Kurve ein weiterer Grund zum Anhalten. Eine Strecke, auf der die Zeit sich dehnt.

Pacific Coast Highway, USA

Auch bekannt als Californias Highway 1, zieht sich der Pacific Coast Highway über mehr als 1.000 Kilometer von Orange County bis nach Leggett. Er reiht Ikonen der Küste aneinander und behält den Pazifik stets im Blick: Klippen, Strände und Orte, die klein genug sind, um sie zu erlaufen.

Big Sur ist der berühmteste Abschnitt: eine Parade hoher Klippen, auf der die Straße über Abgründe kurvt und der Ozean jedes Bild füllt. Die Bixby Creek Bridge — eine der meistfotografierten Brücken der Welt — verankert eines der prägenden Panoramen.

Weiter nördlich locken Santa Barbaras Strände und Missions, das gefeierte Aquarium von Monterey und die Buchten und Kiefern rund um Carmel zu Abstechern. Parks, Schutzgebiete und Weingüter fügen sich in die Route, und am Horizont zeigen sich mit Glück Seelöwen oder ziehende Wale.

Zum Sonnenuntergang wird die Fahrt filmreif, das Licht wärmt alles, was es berührt. Aussichtspunkte und Cafés am Straßenrand machen Pausen leicht — die eigentliche Herausforderung ist, sich wieder loszureißen.

Ringstraße, Island

Route 1 — die Ringstraße — umschließt Island auf 1.332 Kilometern, verknüpft Gletscher, Vulkane, Wasserfälle und Lavafelder. Start und Ziel liegen in Reykjavík; dazwischen liegt ein Land, das alle paar Stunden anders aussieht.

Im Süden passieren Sie Schwergewichte wie Seljalandsfoss und Skógafoss, beide von steilen, grünen Hängen gerahmt. In der Nähe warten die schwarzen Strände bei Vík und der gewaltige Vatnajökull — Namen, die schon vor dem ersten Blick Gewicht haben.

Im Norden wandelt sich die Szenerie erneut: vulkanische Ebenen rund um den See Mývatn, Fumarolen und heiße Quellen sowie Dettifoss, einer der kraftvollsten Wasserfälle Europas. Der Osten steuert Fjorde bei, in denen Berge sich in stillen Wassern spiegeln; kleine Siedlungen kauern zwischen Meer und Hang.

Weiden mit Islandpferden, verlassene Gehöfte, Wolkenbänke, die tief am Horizont hängen — die Ringstraße handelt in wechselnden Bildern. Im Winter steht sogar die Chance auf Nordlichter. Eine Fahrt, die offen wirkt, obwohl sie ein Kreis ist.

Icefields Parkway, Banff-Nationalpark, Kanada

Kanadas Icefields Parkway führt 232 Kilometer von Banff nach Jasper mitten durchs Herz der Rocky Mountains — eine Abfolge gezackter Gipfel, türkisfarbener Seen, dichter Wälder und sichtbaren Eises. Wildernis zum Eintauchen, die dennoch vom Fahrersitz aus erreichbar bleibt.

Ein Höhepunkt ist der Lake Louise, dessen klares Wasser die umliegenden Berge spiegelt. Nicht weit entfernt macht der Peyto Lake — berühmt für sein leuchtendes Blau und seine markante Form — einen Stopphinweis überflüssig. Entlang der Strecke rahmen Aussichtspunkte Täler und Gletscher wie das weite Columbia Icefield.

Am Athabasca-Gletscher bringen ein Besucherzentrum und ein erhöhter Skywalk die Größe der Landschaft unmittelbar nahe — Perspektiven, die Maßstab und Zeitgefühl justieren.

Oft teilen Wildtiere den Straßenrand — Bären, Elche, Bergziegen und Hirsche lassen sich blicken. Für viele balanciert der Parkway Größe und Ruhe, lädt zu kurzen Spaziergängen und langen Blicken ein.

Eine Straße für alle, die großes Kino und ein Stück Stille suchen. Die Kombination aus Fels, Eis und diesem Gletscherblau bleibt haften.

Stilfser Joch, Italien

Hoch in den italienischen Alpen auf 2.757 Metern zählt das Stilfser Joch zu den höchsten Übergängen Europas. Die 24 Kilometer lange Strecke durch den Nationalpark Stilfserjoch zwischen der Lombardei und Südtirol ist berühmt für mehr als 48 enge Kehren — ein Ritual für Fahrer und ein Magnet für Kameras.

Die Straße schraubt sich die Hänge hinauf und öffnet Blicke auf schneebestäubte Gipfel und grüne Täler. Frühling und Herbst geben den alpinen Flanken zusätzliche Farbe, und jede Spitzkehre liefert einen neuen Blickwinkel auf die Kämme ringsum.

Panoramaparkplätze nahe der Passhöhe laden dazu ein, die dünne, klare Luft zu atmen und Aussichten zu sammeln, die bis in italienische und schweizerische Ketten reichen. Radfahrer und Motorradfahrer suchen hier die gleiche Mischung: Herausforderung mit grandiosem Lohn.

Kaum eine Kurvenfolge ist fotogener. Das Stilfser Joch ist mehr als ein Pass — eine kompakte Abenteueretappe mitten in den Alpen.

Tschuyski Trakt, Altai

Der Tschuyski Trakt im Altai zählt zu Russlands ältesten und schönsten Routen: über 600 Kilometer von Nowosibirsk bis zur mongolischen Grenze. Seit Zeiten der Seidenstraße bekannt, führt er durch Steppen, Bergpässe, sibirische Wälder und schnelle Flüsse — eine Mischung, die ihm immer wieder Lob unter den großen Panoramastraßen der Welt einbringt.

Die Straße folgt kraftvollen Wasserläufen wie Katun und Tschuja; ihre spektakulärsten Kurven schmiegen sich an deren Ufer. Die Pässe Seminsky und Chike-Taman öffnen weite, gestufte Blicke über Altais Berge und Täler — Panoramen, die jedes Auto kurz still werden lassen.

Geschichte fährt mit: Alte Grabhügel, Petroglyphen und Steinidole prägen die Region und erzählen von Nomaden, die hier vor Jahrhunderten zogen. Dörfer entlang der Route geben Einblicke in lokale Traditionen und Küche.

Ein weiterer Höhepunkt ist das Tal des Tschulyschman — eine abgelegene Folge aus Canyons, Seen und Wasserfällen, die sich fern von allem anfühlt. Kurve um Kurve bietet der Trakt neue Variationen aus Fluss, Felswand, Nadelwald und Steppe — ein stetiger Wechsel von Palette und Form.

Den Tschuyski Trakt zu fahren heißt, sibirischer Natur nahe zu kommen, tiefe Geschichte zu streifen und Raum zum Atmen zu finden — eine packende Verbindung von Landschaft und Kultur.

Karakorum Highway, Pakistan–China

Oft als „Straße der Freundschaft“ bezeichnet, verbindet der Karakorum Highway Pakistan und China über einige der höchsten Terrains der Erde. Er erstreckt sich rund 1.300 Kilometer durch Himalaya und Karakorum und überschreitet am Khunjerab-Pass 4.700 Meter. Entstanden in den 1960er- und 70er-Jahren, gilt er als Ingenieurleistung, in hartes Land gemeißelt.

Die Szenerie lebt vom Kontrast: Schneeberge, reißende Flüsse, Bergseen und Gletscher. Legendäre Gipfel wie Nanga Parbat und K2 ragen in der Nähe auf und formen eine Silhouette, die fast unwirklich wirkt. Der Attabad-See — nach einem Erdrutsch 2010 entstanden — setzt ein kräftiges Türkis vor blankem Fels, ein natürlicher Stopp, der Reisende magisch anzieht.

Die Straße führt auch durchs Hunza-Tal, bekannt für Obstgärten, klassische Aussichtspunkte und alte Festungen. Traditionelle Dörfer kleben an den Hängen, und die Balti-Festung bietet einen Blick über die Terrassen des Tals und die Berge dahinter.

Der Karakorum Highway ist weniger eine Einzelstrecke als ein Treffpunkt der Kontinente, zusammengefügt aus Pässen und Plateaus, die einst Händler beschritten. Jeder Kilometer trägt Maßstab und Ausdauer in sich — eine Fahrt, nach der die stille Kraft der Berge noch lange nachwirkt.