05:32 08-12-2025

Reiseregeln weltweit: Etikette, Alkohol, Rauchen, Fotografieren und Ausfuhrregeln

Reisegesetze und Etikette weltweit: Alkohol- und Rauchverbote, Foto- und Kleidungsregeln, Ausfuhrbestimmungen sowie kuriose Verbote – kompakt erklärt.

Basile Morin, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Welt ist ein Flickenteppich aus Kulturen – und das zeigt sich nicht nur in Bräuchen, sondern auch in den Regeln, nach denen Menschen leben. Was Einheimischen völlig normal erscheint, wirkt auf Reisende mitunter kurios oder schlicht rätselhaft. Vom Kaugummiverbot in Singapur bis zu Einschränkungen für High Heels an antiken Stätten in Griechenland: Solche Normen prägen den Alltag. Ein Blick auf die überraschendsten Verbote und Gepflogenheiten – und darauf, was sie über die Länder verraten, die sie durchsetzen.

Etikette rund um den Globus

Etikette wächst aus der lokalen Kultur – wer sie auf die leichte Schulter nimmt, landet schnell in peinlichen Situationen. Sie betrifft weit mehr als die Tischsitten: Begrüßungen, Verabschiedungen, Gesten – alles hat Bedeutung.

In Indien ist es Männern strikt untersagt, Frauen in der Öffentlichkeit zu berühren. In Indonesien kann ein öffentlicher Kuss eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren und eine saftige Geldbuße nach sich ziehen. Beim Essen außerhalb von Hotels gilt in Indien zudem: Die linke Hand bleibt vom Essen fern, sie gilt als unrein und wird für die Körperhygiene verwendet. Auch Gegenstände, einschließlich Geld, gibt man besser nicht mit der linken Hand weiter.

In Japan ist es tabu, Essstäbchen aufrecht in eine Schale Reis zu stecken; diese Geste ist den Verstorbenen vorbehalten, deren Seele symbolisch am Tisch Platz nimmt. Mit Stäbchen zu zeigen, gilt ebenfalls als unhöflich. Schuhe auszuziehen, bevor man ein Haus oder einen Tempel betritt, verbindet Indien und Japan – in Indien legen manche Menschen die Schuhe sogar vor Geschäften ab.

In China signalisiert lautes Essen – Schlürfen von Nudeln, hörbares Schmatzen – dass das Gericht vorzüglich ist. Das führt im Restaurant oft dazu, dass um chinesische Gäste etwas Abstand bleibt. Als Gast muss man das nicht imitieren, aber Verständnis und Respekt helfen.

In Südkorea beginnt die älteste Person am Tisch mit dem Essen; die anderen warten, bis diese sich bedient hat. Das eigene Getränk einzuschenken, gilt als schlechter Stil – das übernimmt der Sitznachbar.

In Kasachstan ist eine halbe Tasse Tee ein gutes Zeichen: Der Gastgeber freut sich über den Besuch. Eine randvolle Tasse bedeutet dagegen, dass es Zeit ist, aufzubrechen.

Kleidung und Auftreten

Manches wird Gästen nachgesehen. In muslimischen und vielen asiatischen Ländern jedoch wird auf Sittsamkeit mehr geachtet. Vorwürfe wegen unsittlichen Verhaltens können hohe Strafen nach sich ziehen, im schlimmsten Fall Haft. Meist betreffen die Vorgaben die Kleidung von Frauen. Zwar müssen Europäerinnen weder das Gesicht verhüllen noch einen vollständigen Hijab tragen, das Bedecken des Kopfes mit einem Tuch ist jedoch Pflicht.

Im Iran gilt ein Dresscode für alle Frauen, wobei Kopfbedeckungen oft nur minimal getragen werden: Schals und Tücher liegen teilweise nur knapp auf und sind hinten mit einer einzelnen Nadel fixiert. Kleidung soll die Arme bis zu den Handgelenken und die Beine bis zu den Knöcheln bedecken.

Saudi-Arabien und die meisten Emirate der Vereinigten Arabischen Emirate zählen zu den strengsten. Selbst Männern wird geraten, weder Arme noch Beine oder den Hals zu entblößen. Tätowierungen und Piercings – insbesondere bei Frauen – werden missbilligt.

In weiten Teilen der arabischen Welt reichen Leggings und ein langes Shirt nicht aus – Frauen benötigen lange Überkleider oder bodenlange Röcke. Auffällige Prints, vor allem Symbole und Porträts von Prominenten, besser vermeiden. Gleichwohl lockern sich die Vorgaben in Resorts und Hotels meist spürbar. Eine Regel bleibt für Touristinnen und Touristen unangetastet: oben ohne ist tabu.

In Ländern wie der Türkei, Ägypten, Tunesien und Marokko bedecken sich viele Musliminnen nicht vom Hals bis zu den Füßen, und Kopftücher werden teils schlicht als Sonnenschutz getragen. Dennoch empfiehlt es sich, zwielichtige Gegenden zu meiden und mit freizügiger Kleidung nicht aufzufallen.

Auf Bali und Lombok, wo der Hinduismus dominiert, ist die Haltung deutlich entspannter, und die Kleidung von Reisenden wird selten beäugt.

Alkoholkonsum

In den meisten muslimischen Staaten – ebenso wie in den USA, in Kanada und in Teilen der EU – kann Trinken in der Öffentlichkeit eine empfindliche Geldbuße oder sogar Haft bedeuten. Bier zählt dabei selbstverständlich als Alkohol, auch wenn es mancherorts locker gesehen wird. Die strengsten Maßnahmen finden sich heute vor allem in mehrheitlich muslimischen Ländern, in denen Nüchternheit ein Glaubensgrundsatz ist. In Saudi-Arabien, Afghanistan, Iran, Kuwait, Somalia und Libyen sind Transport, Herstellung, Lagerung und Vertrieb von Alkohol vollständig verboten. Ausnahmen für Touristinnen und Touristen gibt es nicht. In einigen dieser Länder ist Alkoholkonsum ausschließlich zu Hause gestattet.

Andernorts dürfen Nichtmuslime nur unter strengen Auflagen trinken – oft nur in den eigenen vier Wänden und in Gesellschaft anderer Nichtmuslime. Selbst in den VAE, wo Dubai gern als „zweite Sündenmetropole“ nach Las Vegas gilt, ist das Emirat Schardscha komplett trocken; Alkohol gibt es nur in wenigen Clubs und Restaurants. In anderen Teilen des Landes sind die Regeln lockerer – Dubai vergibt Lizenzen für den Verkauf –, doch in der Öffentlichkeit betrunken zu erscheinen, ist verboten.

Ähnliche Ansätze gibt es in Mauretanien, Jemen, Brunei, Sudan, Bahrain, Marokko und auf den Malediven – Alkohol ist nur in lizenzierten Lokalen oder zu Hause erlaubt. Manche Länder genehmigen kleine Einfuhren; die maledivische Zollbehörde nicht.

Rauchverbote in der Öffentlichkeit

In der EU, den USA, Kanada und weit darüber hinaus gelten strenge Rauchverbote in öffentlichen Räumen – Verstöße können teuer werden. In Griechenland reichen die Strafen je nach Vorverstoß von 5.000 bis 10.000 Euro; in Italien bis zu 275 Euro; in den VAE drohen bis zu zwei Jahre Haft. Mancherorts wird gegenüber Touristinnen und Touristen weniger strikt kontrolliert als etwa in Thailand oder Ägypten, und in Israel wird das Gesetz in der Praxis weitgehend nicht durchgesetzt.

Weltweit ziehen die Vorschriften an. Irland, Griechenland, Ungarn und Malta haben bereits Maßnahmen für Gesundheit und Umweltschutz verschärft. 2023 folgte Costa Rica und untersagte Rauchen in allen öffentlichen Räumen, inklusive Bars, Restaurants und Bushaltestellen. Einige Städte wie Barcelona verboten das Rauchen an Stränden, um Kippen im Sand zu verhindern. Im französischen Skiort Les Gets ist Rauchen im gesamten Gebiet untersagt – aus Sorge um Tabakmüll in Schutzgebieten.

Frankreich verschärft seine Kampagne gegen das Rauchen in der Öffentlichkeit, neue Regeln sehen Bußgelder auch für Reisende vor. Mexiko gilt als Vorreiter und untersagt das Zigarettenrauchen vollständig in allen öffentlichen Bereichen – auch in Hotels und an Stränden. Das Verbot gilt drinnen wie draußen, von Resorts über Parks bis zu Stränden, mit besonderem Augenmerk auf Orte, an denen Kinder anwesend sein könnten.

Foto- und Video-Regeln

Strategische Staatsobjekte – militärische und industrielle Anlagen – gehören weltweit zu den ersten Tabus für Foto und Video. Flughäfen (vor allem Start- und Landebahnen), große Verkehrsadern, Straßen, Tunnel und Brücken sind häufig eingeschränkt, etwa in den USA. Aufnahmen in Tempeln und Moscheen sind meist verboten, ebenso das Posieren vor heiligen Objekten. In Thailand und Malaysia umfasst das alle Buddha-Darstellungen. Viele Länder untersagen zudem das Filmen von Regierungsgebäuden. In Tunesien betrifft das den Präsidentenpalast; in Nordkorea den Kumsusan-Palast der Sonne, in dem der Leichnam von Kim Il-sung liegt.

Auch mit dem Handy ist Vorsicht geboten. In Katar, Bahrain und Saudi-Arabien ist das Fotografieren von Menschen auf der Straße nicht nur mit Profikameras, sondern auch mit dem Smartphone untersagt. Beschweren sich Einheimische und schaltet sich die Polizei ein, müssen Bilder gelöscht und eine Geldstrafe gezahlt werden. In Saudi-Arabien ist das Filmen der aktuellen königlichen Residenz verboten; Hotelangestellte und Guides weisen Reisende darauf hin.

In den VAE ist das Fotografieren von Einheimischen unerwünscht, das Filmen militärischer Einrichtungen, Raffinerien und Scheichpaläste eine Straftat.

Selbst in der Türkei gilt: erst denken, dann fotografieren. Frauen niemals ohne Zustimmung ablichten – besonders nicht am Strand. Ehrlich gesagt ist das Fotografieren von Unbekannten an Stränden fast überall verpönt.

Lokale Regeln in verschiedenen Ländern

Neben klaren Verboten gibt es Erwartungen, die zwar keine Strafe nach sich ziehen, aber den ersten Eindruck schnell trüben.

In buddhistischen Ländern gilt: einer Buddha-Statue nicht den Rücken zudrehen. Das wird als Beleidigung des Heiligen und als Respektlosigkeit gegenüber der Lehre verstanden. Foto und Video in Tempeln sind unerwünscht. In allen religiösen Stätten sind Ruhe und angemessene Kleidung angebracht.

In Indonesien – besonders auf Bali – sind Plastiktüten unerwünscht. Supermärkte verkaufen sie nicht; ein wiederverwendbarer Beutel passt zum lokalen „No plastic in Bali“-Gedanken. Die Sorge ist berechtigt: Nach Stürmen spült das Meer Plastik an die Strände.

In Thailand verdienen Banknoten Respekt; sie zeigen das Porträt von König Bhumibol Adulyadej (Regierungszeit 1946–2016). Geld weder zerknüllen, zerreißen noch mit Füßen treten.

So befremdlich manches wirken mag – wer sich daran hält, erspart Einheimischen Kränkungen und Reisenden Ärger.

Ausfuhr von Kulturgütern

Jedes Land schützt sein kulturelles Erbe – einzigartige Kunstwerke, historische Artefakte und andere Zeugnisse, die Identität und Geschichte bewahren. In Zeiten offener Grenzen ist illegaler Export eine reale Gefahr. Die Regeln unterscheiden sich je nach Land und betreffen Kulturgüter, Antiken, Pflanzen und Tiere, Präparate und Felle. Paradox: Vieles, was nicht ausgeführt werden darf, liegt offen in Souvenirläden. Wer dagegen verstößt, riskiert Beschlagnahme und hohe Bußgelder; mancherorts sogar Haft.

Für russische Reisende sind aus beliebten Zielen bestimmte Ausfuhren untersagt. Aus Kuba dürfen ohne Quittung nicht mehr als 23 Zigarren ausgeführt werden – ebenso wenig lebende oder präparierte Krokodile und Schildkröten oder Produkte daraus. Die Seychellen verbieten Korallen, die „Coco de Mer“ und Gegenstände aus Schildpatt. Brasilien untersagt die Ausfuhr jeglicher Tiere, ihrer Felle sowie von Erzeugnissen aus Häuten, Schalen und Federn.

Aus Kenia sind Tierfelle und Präparate ohne spezielle Genehmigung verboten, ebenso Elfenbein, Diamanten und kenianische Schillinge (die Landeswährung). Aus Japan sind Katanas aus kampftauglichem Stahl nicht erlaubt (Souvenerschwerter sind unproblematisch). Aus Ägypten dürfen keine Korallen, Muscheln, ausgestopften Krokodile, Elfenbein oder Gold- und Silberschmuck im Wert von mehr als 3.000 US-Dollar ausgeführt werden.

Aus Thailand benötigen Edelsteine und Goldwaren Quittung und Zertifikat; große Buddha-Statuen sind eingeschränkt (kleine Anhänger mit Buddha-Bild sind erlaubt). In der Türkei dürfen Schmuckstücke im Wert von über 15.000 US-Dollar nur mit Quittung und Zertifikat ausgeführt werden. Von den Malediven sind Korallen und Haifischkiefer verboten, und aus Indien dürfen weder Indische Rupien noch Antiquitäten, die älter als 100 Jahre sind, ausgeführt werden.

Die ungewöhnlichsten Verbote

Die USA führen die Liste skurriler Verbote an, viele gehen auf Einzelfälle vor Gericht zurück. Oft zitiert wird die Episode, dass jemand einst ein Krokodil mit ins Kino brachte, danach ein Unglück geschah – und seitdem Reptilien im Kinosaal verboten sind.

In Deutschland ist Anhalten auf der Autobahn illegal – selbst wenn der Sprit ausgeht. Auch zu Fuß entlang der Autobahn zu gehen, ist untersagt. Die Strafe kann bei rund 100 US-Dollar liegen. In Venedig ist das Füttern von Tauben, oben ohne durch die Stadt zu laufen, in Brunnen zu klettern und auf Zebrastreifen Sandwiches zu essen verboten. In Rom ist das Springen in Brunnen untersagt. Wer in Venedig Tauben füttert, muss mit bis zu 600 US-Dollar rechnen – bei schneller Zahlung reduziert sich die Summe teils auf 50–60 US-Dollar.

In Spanien ist Autofahren mit Flip-Flops verboten. In Thailand darf man weder im Auto noch auf dem Motorrad oben ohne fahren; die Strafe beträgt mehrere Hundert Baht (rund 10 US-Dollar). In Frankreich sind Abschiedsküsse auf Bahnsteigen seit 1910 untersagt, um Abfahrten pünktlich zu halten. Die Regel wird zwar nicht mehr durchgesetzt, aber nie offiziell aufgehoben. In Irland existiert ein altes Gesetz, dem zufolge Männer den Heiratsantrag einer Frau nicht ablehnen dürfen; wer es doch tut, zahlt eine Strafe – allerdings nur am 29. Februar.

Singapur verbietet Kaugummikauen, das Füttern von Vögeln, Spucken und das Nicht-Spülen öffentlicher Toiletten; Bußgelder liegen um 100 US-Dollar. Im Vereinigten Königreich untersagt ein Gesetz, Säugetiere zu berühren, die in einem Umkreis von drei Seemeilen vor der Küste schwimmen – sie gelten als königliches Eigentum.

Belgien stellt das Werfen von Schneebällen dem Steinewerfen gleich – die Strafe beträgt 100 Euro. In Malaysia ist das Tragen gelber Kleidung verboten, da die Farbe politisch mit der Opposition verknüpft ist. Dänemark führt eine genehmigte Liste von Vornamen – etwa 18.000 für Mädchen und 15.000 für Jungen – und Eltern müssen daraus wählen.