01:31 06-12-2025
Wildschweine in Haifa: Ursachen, Risiken und was hilft
Wildschweine streifen in Haifa durch die Stadt. Der Artikel erklärt Ursachen, Risiken und Lösungen: bessere Müllentsorgung, sichere Tonnen, Verhaltenstipps.
In Haifa im Norden Israels streifen seit einigen Jahren Wildschweine durch die Straßen. Sie tauchen an Wohnblocks auf, auf Spielplätzen und rund um Müllcontainer. Was früher wie ein seltener Anblick wirkte, gehört inzwischen zum Alltag der Stadt.
Die Reaktionen der Anwohner fallen unterschiedlich aus: Die einen zücken das Handy, die anderen meiden nach Einbruch der Dunkelheit das Haus. Das Rathaus sucht derweil weiterhin nach einer dauerhaften Lösung.
Woher kommen sie?
Haifa liegt am Karmelgebirge, einem waldreichen Gebiet, in dem Wildschweine natürlicherweise vorkommen. Wird das Futter im Wald knapp, ziehen sie dahin, wo es leichter ist. Und wo lässt sich eine Mahlzeit am bequemsten finden? In der Stadt – vor allem an Müllbehältern, die nicht richtig gesichert sind.
Eine aktuelle Studie legt nahe, dass die Tiere diese Orte gezielt wählen. Sie merken sich, wo es sicher ist und wo sich mit wenig Aufwand Futter findet. Sind Tonnen offen oder schlecht gewartet, kehren sie immer wieder dorthin zurück.
Die Menschen sind besorgt – und das nicht ohne Grund
Heute sind Meldungen über Wildschweine in der Stadt Routine: Manche sehen sie aus dem Fenster, andere direkt am Hauseingang. Die Tiere wirken mitunter gelassen, doch ihre Größe und Unberechenbarkeit schrecken ab. Besonders für Kinder und ältere Menschen ist eine zufällige Begegnung auf der Straße beunruhigend.
2024, nach der Wahl einer neuen Stadtspitze, schien sich die Lage zu verbessern. Es wurden weniger Wildschweine gesichtet, die Bewohner atmeten etwas auf. Anfang 2025 häuften sich jedoch wieder Beschwerden – die Sorge wuchs, das Problem könne zurückkehren.
Die Stadt bemüht sich – bislang mit begrenztem Erfolg
Mitte 2025 stellte ein Bericht eines staatlichen Prüfers fest, dass die Behörden in Haifa noch immer keinen klaren Plan zur Bewältigung des Problems vorgelegt hatten. Es geschehen zwar einzelne Schritte, doch sie wirken wenig abgestimmt.
Eine übergreifende Strategie fehlt – ebenso klare Abläufe: Wer macht was, in welchem Tempo, wie wird auf Beschwerden reagiert? Ohne diese Leitplanken fällt es den Bewohnern schwer, an eine echte Lösung zu glauben; Vertrauen lässt sich kaum zurückgewinnen, wenn Maßnahmen nach Improvisation aussehen.
Was könnte helfen?
Forschende, die die Lage untersucht haben, sehen in bloßem Einfangen – oder im Abwarten – keine Lösung. Das Problem ist vielschichtig. Gefordert ist ein anderer Ansatz: bessere Abfallbewirtschaftung, robustere Tonnen, die Tiere nicht öffnen können, und klare Empfehlungen für die Bevölkerung, wie man sich bei einer Begegnung verhält.
Wichtig ist zudem zu verstehen, wie sich die Wildschweine in der Stadt bewegen, welche Bereiche sie wählen und weshalb. Erst dann lassen sich sinnvolle Entscheidungen treffen, die tatsächlich wirken.
Wie geht es weiter?
Haifa zeigt eindrücklich, wie eng Natur und Stadtleben ineinandergreifen. Vorerst kommen die Wildschweine, weil es ihnen leicht gemacht wird. Bleibt alles beim Alten, werden sie häufiger auftauchen.
Wildtiere in der Stadt sind kein Haifa-spezifisches Phänomen; Ähnliches gibt es in vielen Ländern. Die Erfahrungen der israelischen Stadt könnten andernorts nützlich sein – sofern die richtigen Schlüsse gezogen werden.