21:34 04-12-2025

Festung von Gori: Geschichte, Machtwechsel und Tskhrakara

Entdecke die Festung von Gori in Georgien: von prähistorischen Spuren über Heraclius II. bis zur Westseite Tskhrakara. Architektur, Geschichte, Bedeutung heute.

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Im Herzen Georgiens, in der Stadt Gori, krönt eine alte Festung einen Hügel. Sie ist von fast überall in der Stadt zu sehen. Auf den ersten Blick wirkt sie wie eine Ruine, doch dieser Ort birgt eine vielschichtige Geschichte aus Kämpfen, Machtwechseln und überraschenden Wendungen.

Die Festung von Gori ist mehr als ein Ring uralter Steine. Sie erinnert daran, wie eine kleine Stadt immer wieder an die Kreuzung großer Ereignisse geriet.

Warum wurde die Festung gerade hier errichtet?

Der Hügel bot einen natürlichen Schutz. Von dort oben liegt die Umgebung wie auf einer Karte vor einem, Annäherungen sind leicht zu erkennen. Es ist kein Zufall, dass sich hier schon in tiefster Vorzeit Menschen niederließen: Archäologen finden Spuren von Befestigungen, die tausende Jahre zurückreichen.

Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem 13. Jahrhundert, auch wenn der Ort wohl älter ist. Gori lag an wichtigen Handels- und Militärwegen, und die Festung spielte eine zentrale Rolle beim Schutz der Stadt.

Wer beherrschte sie?

Über die Jahrhunderte kämpften rivalisierende Mächte um den Stützpunkt. Im 16.–18. Jahrhundert wechselte er zwischen dem Osmanischen Reich, Persien und georgischen Königen. Jede Seite versuchte, die Anlage zu verstärken und nach eigenen Vorstellungen umzubauen.

Die Wende kam unter König Heraclius II. In den Jahren 1774–1775 ließ er die Festung vollständig erneuern und gab ihr weitgehend das Erscheinungsbild, das man heute sieht. Damals entstand auch ihr bekanntester Abschnitt – die Westseite mit neun Zugängen. Trotz späterer Schäden hat gerade dieser Teil am besten überdauert.

Wann verlor sie ihre militärische Rolle?

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Georgien Teil des Russischen Kaiserreichs. Von da an verlor die Festung einen Großteil ihrer Bedeutung. Sie diente noch als Militärposten, doch Kämpfe gab es hier nicht mehr.

1920 stürzte ein starkes Erdbeben Teile der Mauern ein. Seither steht sie halb zerstört, zieht aber weiterhin Aufmerksamkeit auf sich – und nicht nur die von Reisenden.

Was fällt an ihrer Gestaltung auf?

Die Mauern ragen bis zu zehn Meter empor. Aus Stein errichtet, zeigen sie durchdachtes Wehrdenken: ein Graben, ein verborgener Wassertunnel und verschlungene Gänge, die Eindringlinge ausbremsen sollten. Besonders fällt der Westsektor auf – die Einheimischen nennen ihn Tskhrakara, ein georgischer Name, der „neun Türen“ bedeutet.

Diese Festung zeigt, wie man früher verteidigte: robust, klug, auf Dauer angelegt.

Warum lohnt sich der Blick auf die Festung von Gori?

Heute ist die Festung von Gori kein Militärstandort mehr, sondern ein Denkmal der Geschichte. Sie ist nicht so berühmt wie andere Wahrzeichen, trägt aber eine starke Symbolik in sich.

Hier lässt sich Georgiens Geschichte spüren – von der Vorzeit bis zur Königszeit, von der Eigenständigkeit bis zur Eingliederung in ein Imperium.

Auch wenn eine Reise nicht ansteht, hilft die Geschichte der Festung zu verstehen, wie Menschen lebten, wofür sie kämpften und wie sich Grenzen und Macht verschoben.