17:21 04-12-2025

Macau auf engstem Raum: Bevölkerungsdichte, Alltag, Ausblick

Wie dicht ist Macau wirklich? Fakten zu Bevölkerungsdichte, Demografie und temporären Arbeitskräften – was das für Alltag, Wohnen, Verkehr und Zukunft bedeutet.

By Dinkun Chen - Own work, CC BY-SA 4.0, Link

Wenn es um Städte geht, die aus allen Nähten platzen, fallen meist Tokio oder New York. Doch in Südchina gibt es eine winzige Ecke, die sie bei Einwohnern pro Quadratkilometer fast alle übertrifft — Macau. Auf der Karte kompakt, im Alltag pulsiert das Leben buchstäblich auf jedem Meter.

Eine kleine Stadt mit großen Zahlen

Macau ist eine chinesische Sonderverwaltungsregion an der Küste. Sie umfasst rund 30 Quadratkilometer und zählt knapp 688.000 Einwohner. Das entspricht mehr als 20.000 Menschen pro Quadratkilometer; manche Schätzungen liegen nahe bei 24.000. Zum Vergleich: In Moskau sind es im Schnitt etwa 5.000 — vier- bis fünfmal weniger.

Die Bevölkerung wächst weiter

Jahr für Jahr klettert die Einwohnerzahl in Macau leicht nach oben. Ende 2024 lag sie bei 688.300 — rund 4.600 mehr als ein Jahr zuvor. Anfang 2025 sank der Wert auf 687.900. Dahinter steckte keine Abwanderungswelle, sondern ein kleiner Rückgang bei befristeten Arbeitskräften und Studierenden von außerhalb.

Diese temporären Bewohner prägen den Takt des Alltags spürbar. Sie arbeiten in Hotels, Restaurants und Casinos — naheliegend in einer Stadt, deren Rhythmus Tourismus und Unterhaltung vorgeben.

Wie passt das alles zusammen?

Auf so engem Raum genießt kaum jemand viel Platz. Ein Haushalt zählt im Schnitt etwa 2,85 Personen, und fast drei Viertel leben in den eigenen vier Wänden. Rund 20% mieten.

Die meisten Wohnungen sind kompakt und stapeln sich in Hochhäusern. Ein privater Hof ist Luxus. Macau baut nach oben: Türme, Straßen, Einkaufszentren dicht geschichtet. Es wirkt, als hätte jeder Quadratmeter eine Aufgabe.

Wer lebt in Macau?

Frauen sind in der Mehrheit und stellen rund 54% der Bevölkerung. Kinder unter 14 machen etwa 12,5% aus, Menschen über 65 liegen bei knapp 15%.

Die Stadt altert allmählich. Vor diesem Hintergrund gewinnen zeitlich befristete Arbeitskräfte noch mehr an Bedeutung — meist jünger und mobil halten sie die Wirtschaft in Bewegung und füllen Stellen, für die es mehr Hände braucht. Anfang 2025 gab es in Macau mehr als 183.000 solcher Arbeitskräfte.

Wie funktioniert das alles?

Wo so viele Menschen so dicht zusammenleben, zählt Ordnung. Macau setzt auf verlässlichen öffentlichen Verkehr und gut zu Fuß erreichbare Wege. Beim Wohnen geht es in die Höhe, und neues Bauland wird buchstäblich dem Meer abgerungen. Über die Jahre ist so Fläche entstanden, um Schritt zu halten.

Leben am Limit

Dichte ist nicht nur eine Zahl. Sie bedeutet Lärm, dünne Luft, Schlangen und hohe Wohnkosten. Grünflächen sind rar, Privatsphäre noch rarer. Parkplätze, Straßen und Geschäfte arbeiten am Anschlag.

Noch hält die Stadt dagegen. Doch die naheliegende Frage steht im Raum: Was kommt danach? Die Bevölkerung wird älter, die Preise steigen, und die Wirtschaft stützt sich stark auf den Tourismus. Sollte der Zustrom temporärer Arbeitskräfte nachlassen, könnte Macau kräftigen Gegenwind spüren.

Was kommt auf Macau zu?

Der Ausblick ist ungewiss. Die Stadt könnte weiter wachsen, indem sie neues Land schafft. Oder sie muss neu denken, wie sie baut, wohnt und arbeitet. Eines deutet sich jedoch an: Macau testet die Grenzen des Machbaren — ein seltenes Lehrstück, wie viele Menschen sich einen winzigen Flecken Erde teilen können.

Macau ist nicht nur Casinos und Tourismus. Es ist eine Stadt in permanenter Anpassung — und die hier geschmiedeten Ideen könnten anderen überfüllten Städten der Zukunft gut zu Gesicht stehen.