09:31 04-12-2025

Wie Salalahs Wüste Bananen und Kokosnüsse hervorbringt

Khareef macht Salalah zur grünen Oase: Bananen und Kokosnüsse gedeihen trotz Wüste. Zahlen, Technik und Tipps für Farmbesuche im Süden Omans und Ausblick.

By Andries Oudshoorn - 080321-207 Oman - Nizwa soukUploaded by mangostar, CC BY-SA 2.0, Link

Fragt man Menschen, wo Bananen und Kokosnüsse wachsen, fällt die Antwort meist auf Dschungel, Inseln oder feuchttropische Regionen – kaum jemand denkt an eine Wüste. Doch im Süden Omans, in Salalah, reifen diese Früchte in großer Zahl, eingerahmt von Sand und Bergen.

Es ist eine echte Besonderheit auf der Arabischen Halbinsel. Wie kommt es, dass ein Wüstenstaat tropische Ernten hervorbringt? Dahinter stehen natürliche Bedingungen, technische Lösungen und der lange Atem der örtlichen Landwirte.

Omans grüne Überraschung

Salalah liegt ganz im Süden, in der Region Dhofar. Von Juni bis September bringt die Khareef-Saison kühlere Temperaturen, Regen und üppiges Grün – eine wohltuende Atempause von Hitze und Trockenheit.

In dieser Zeit werden die Felder rund um Salalah besonders fruchtbar. Dank Niederschlag und hoher Luftfeuchtigkeit gedeihen hier Früchte, die im übrigen Land selten zu finden sind.

Was wächst – und in welchen Mengen

Den neuesten Daten für 2025 zufolge ernten die Landwirte in Salalah jährlich rund 7.000 Tonnen Kokosnüsse – bemerkenswert für eine Region, die den Großteil des Jahres unter Trockenheit leidet.

Auch Bananen schneiden gut ab: etwa 4.900 Tonnen pro Jahr, rund ein Fünftel der gesamten Obstproduktion der Gegend.

Neben Kokos und Bananen wachsen hier Papayas, Zitronen, Guaven und sogar verschiedene Gemüsesorten. Dennoch bleiben Bananen und Kokosnüsse die Zugpferde.

Wie das Obst in der Wüste überlebt

Um solche Kulturen unter anspruchsvollen Bedingungen hervorzubringen, kombinieren die Bauern überliefertes Wissen mit moderner Technik, unter anderem:

- Tropfbewässerung, die Wasser spart und gezielt an die Wurzeln bringt.

- Gewächshäuser für den Anbau über das ganze Jahr.

- Hydroponik – der Anbau ohne Erde in nährstoffreichem Wasser.

- Solarpaneele, die Pumpen und andere Systeme mit Energie versorgen.

Einige Höfe öffnen ihre Tore für Besucher: Man sieht Bananenstauden aus nächster Nähe, trinkt Kokoswasser direkt aus der Nuss und erfährt, wie Landwirtschaft unter diesen Bedingungen funktioniert. Solche Einblicke zeigen, wie pragmatisch hier gedacht und gearbeitet wird.

Die Herausforderungen

Nicht alles läuft reibungslos. In den vergangenen Jahren ist die Kokosernte rückläufig. Gründe sind Insektenbefall, Wetterverschiebungen und zu wenig Fläche für neue Pflanzungen.

Wasser bleibt knapp, das Gelände ist anspruchsvoll. Die Obstebene wird von Bergen begrenzt – Raum für Wachstum ist rar.

Auch der Weg zum Markt ist nicht immer einfach: Die Bauern konkurrieren mit anderen Ländern, und die Logistik durchs Gebirge kann beschwerlich sein.

Wie es weitergeht

Trotz Gegenwind wirkt der Ausblick für Salalah vielversprechend. Die Region testet neue Bananensorten, die besser zum lokalen Klima passen. Eine davon, Moz Razat, ist erst kürzlich aufgetaucht und wird bereits erprobt.

Gleichzeitig unterstützen die Behörden Projekte, die Landwirtschaft und Tourismus verknüpfen – ein Ansatz, der Produzenten wie auch der regionalen Wirtschaft zugutekommt.

Salalah zeigt eindrücklich, dass erfolgreiche Landwirtschaft selbst dort Fuß fassen kann, wo man sie am wenigsten erwartet – wenn natürliche Vorteile und Technik klug zusammenspielen.

Die kleinen Details

Während der Regenzeit entstehen am Straßenrand Obststände, und Besucher probieren ein gekühltes Getränk namens Mashli – frisches Kokoswasser, beliebt bei Einheimischen und Gästen.

Das satte Grün hängt an wenigen nassen Monaten im Jahr. Dazwischen dominieren Hitze und Trockenheit, wie in jeder Wüste.

Diese Erfolge ermutigen Regionen, in denen das Klima anspruchsvoller wird. Die Erfahrungen aus Salalah könnten bald auch andernorts hilfreich sein.