01:37 04-12-2025
Victoria auf Mahé: die ruhige Hauptstadt der Seychellen
Erfahre, warum Victoria auf Mahé als Afrikas kleinste Hauptstadt lockt: Clock Tower, Zentralmarkt, Botanischer Garten, Coco de Mer und entspanntes Inselflair.
Bei Hauptstädten denkt man meist an ausufernde Metropolen: laut, überfüllt, mit Wolkenkratzern und Dauerstau. Doch es gibt auch andere – kleine, unaufgeregte Orte mit fast dörflichem Charakter. Victoria, die Hauptstadt der Seychellen, ist so ein Fall. Winzig, und doch mit erstaunlich viel Substanz.
Afrikas kleinste Hauptstadt
Victoria liegt auf Mahé, der größten Insel des Seychellen-Archipels im Indischen Ozean, unweit der afrikanischen Küste. Hier leben nur etwa 25–30 Tausend Menschen – weniger als in so manchem Wohnviertel großer Städte.
Trotz ihrer bescheidenen Größe ist Victoria das eigentliche Zentrum des Landes. Behörden, der Hafen, Läden und Märkte – alles, was den Alltag braucht, ist hier versammelt. Zu Fuß lässt sich die Stadt in etwa einer Stunde durchqueren, oft sogar schneller, und genau das macht ihren Reiz aus.
Wie alles begann
Gestalt nahm der Ort 1778 an, als die Inseln unter französischer Kontrolle standen. Später kamen die Briten und benannten die Hauptstadt nach ihrer Königin Victoria. Aus dieser Zeit sind viele historische Gebäude erhalten – mit Balkonen, Säulen und großen Fenstern.
Als die Seychellen 1976 unabhängig wurden, blieb Victoria Hauptstadt. Bis heute werden hier die Entscheidungen getroffen, die das Land lenken.
Was man in Victoria sehen kann
Wer im Zentrum beginnt, sieht das Wahrzeichen sofort: den Clock Tower, eine verkleinerte Nachbildung eines Londoner Originals. Er wurde vor mehr als einem Jahrhundert errichtet, läuft bis heute und gilt als einer der genauesten des Landes.
Gleich daneben liegt der Zentralmarkt, die lebhafte Kreuzung der Stadt. Stände sind voll mit Fisch, exotischen Früchten, Gewürzen und Souvenirs. Ein Ort, an dem man gern innehält, Gesprächsfetzen aufschnappt, Düfte einatmet und in den Takt der Stadt findet.
Nicht weit davon befindet sich der Botanische Garten – eine echte Oase inmitten der Stadt. Dort sieht man seltene Pflanzen, spaziert auf schattigen Wegen und trifft sogar auf Riesenschildkröten. Hier wächst auch die Coco de Mer, jene Pflanze, die für den größten Samen der Welt berühmt ist.
Warum es ruhig und behaglich wirkt
In Victoria gibt es keine Wolkenkratzer, keine dröhnenden Schnellstraßen und keine dichten Touristenmassen. Ampeln sind rar, die Straßen schmal und still, viele Häuser alt – mit Holzläden und Veranden. Es liegt ein Gefühl von angehaltener Zeit in der Luft, und gerade das macht den Zauber aus.
Das Leben läuft in gemächlichem Tempo. Niemand hastet. Man spaziert, schaut in kleine Läden, kommt mit Einheimischen ins Gespräch. Ein anderer Rhythmus als in großen Hauptstädten, wo Tempo und Dringlichkeit den Ton angeben.
Wie es weitergeht
Der Tourismus auf den Seychellen wächst Jahr für Jahr, und auch Victoria spürt diesen Sog. Bislang gelingt es den Einheimischen, ein Gleichgewicht zu wahren – die Infrastruktur auszubauen, ohne das zu verwischen, was die Stadt unverwechselbar macht.
Herausforderungen gibt es dennoch: Die Insel ist anfällig für den Klimawandel, der Meeresspiegel steigt, Grünflächen werden kleiner. Die Behörden arbeiten daran, die Stadt und ihre besondere Atmosphäre zu schützen.