05:25 30-11-2025

Reiseversicherung im Urlaub: so schützen Sie sich vor Klinik-Abzocke im Ausland

In beliebten Auslandszielen locken teure Privatkliniken. Erfahren Sie, wie Sie mit Reiseversicherung und Assistenzdienst Abzocke vermeiden und versorgt werden.

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Viele Reisende gehen davon aus, dass die Versicherung einspringt, sobald sie im Urlaub krank werden. Die Realität ist jedoch oft komplizierter. Medizinische Hilfe im Ausland kann zur teuren Überraschung werden – besonders in beliebten Zielen wie Ägypten, Mexiko und Thailand.

Wenn Geld wichtiger ist als Behandlung

Urlaubsregionen sind voll mit Privatkliniken, und nicht alle arbeiten fair. Mitunter wirkt es, als stünde das Kassenklingeln im Vordergrund: Manche verordnen bewusst unnötige Tests und Eingriffe, um die Rechnung aufzublähen. Andere setzen die Preise schlicht um ein Vielfaches höher an. In einem Fall in Mexiko wurde einem Touristen eine Summe von mehreren Tausend Dollar berechnet – für eine Behandlung, die zu Hause rund ein Drittel gekostet hätte.

Wie das Schema abläuft

Oft beginnt alles damit, dass sich ein Gast unwohl fühlt und im Hotel um Hilfe bittet. Das Personal empfiehlt einen angeblich bewährten Arzt oder eine Klinik. Mal kommt ein Arzt ins Zimmer, mal wird der Gast in ein medizinisches Zentrum gefahren. Was folgt, ist stets ähnlich: Untersuchungen, Infusionen, Tabletten, Diagnosen – alles als dringend und unverzichtbar verkauft.

Beim Bezahlen heißt es plötzlich, die Versicherung gelte nicht oder werde nicht akzeptiert. Der Patient soll alles aus eigener Tasche begleichen, bar oder per Karte. Zeit und Kraft zum Diskutieren fehlen, und am Ende zahlt der verunsicherte Urlauber, um die Sache hinter sich zu bringen.

Wer daran verdient

Das sind keine Einzelfälle, sondern eingeübte Maschen. Oft sind Hotelangestellte, Taxifahrer und Ärzte beteiligt. Kliniken zahlen Vermittlungsprämien für jeden gebrachten Patienten – die freundlich gemeinten Hinweise entpuppen sich damit nicht selten als alles andere als uneigennützig.

Police auf dem Papier, wenig Hilfe in der Praxis

Eine Versicherungspolice garantiert keinen Schutz. Selbst ein solides Paket nützt wenig, wenn man in einer Klinik landet, die nicht mit dem Versicherer zusammenarbeitet. Mitunter heißt es sogar in renommierten Häusern, das System sei down oder man erreiche die Versicherung nicht. Am Ende steht eine saftige Rechnung, die der Reisende allein schultern muss.

Wie man der Falle ausweicht

— Prüfen Sie vorab bei Ihrem Versicherer, mit welchen Kliniken am Reiseziel er zusammenarbeitet.

— Speichern Sie die Nummer des Assistenzdienstes Ihrer Versicherung.

— Sagen Sie einem Besuch in einer unbekannten Klinik erst zu, wenn Ihre Versicherung dies bestätigt hat.

— Verlangen Sie Unterlagen auf Russisch oder Englisch, bevor Sie etwas unterschreiben.

— Bewahren Sie jeden Beleg und jedes Schriftstück auf – sie sind entscheidend, falls Sie Kosten anfechten.

— Wenn es hakt, setzen Sie sich sofort mit Ihrer Versicherung in Verbindung. In komplexen Fällen wenden Sie sich an Ihre Botschaft oder Ihr Konsulat, um die nächsten Schritte zu klären.

Wird sich daran etwas ändern?

Das Problem ist bekannt und wurde in den Medien aufgegriffen, dennoch arbeiten in Touristenzentren weiterhin viele unseriöse Kliniken. Mit schnellen Veränderungen ist kaum zu rechnen, daher ist Wachsamkeit und Vorbereitung die beste Strategie.

Versicherung ist ein Werkzeug, kein Zauberstab. Sie wirkt nur, wenn man sie zu nutzen weiß. In einem fremden Gesundheitssystem trägt Vorsicht weit – manchmal verbirgt selbst der weiße Kittel eher Umsatzinteressen als den Fokus auf Genesung.